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stimmten nicht nur die Klageweiber, sondern auch die übrigen Leichenbegleiter ein lautes Wehgeschrei an. Oft wurden auch, um den Verstorbenen zu ehren und um die schau- lustige Menge zu gewinnen, Gladiatoren-Kämpfe veranstaltet.
Von diesem äusseren Gepränge, sagt Tacitus, sei bei den Germanen Nichts vorge- kommen, ausser dass sie mit Holzscheiten von bestimmter Art die Leichen berühmter Männer verbrannt hätten. Von welcher Art die Holzscheite gewesen seien, lässt sich aus dem, was man in den altgermanischen Gräbern findet, sowie aus den schriftlichen Ueberloferungen späterer Zeit wenigstens folgern. Vexmutllich wurde der Kern des Scheiterhaufens solcher Männer, die man ehren wollte, aus Eichen- oder wenigstens Birkenholz gebildet; obenauf wur den Domen oder Wacholder gehäuft, theils um den Rauch recht hoch steigen zu lassen, theils um die Leiche selbst dadurch zu verbrennen.— Vergl. Weinhold altnord. Leben S. 481. Grimm in den Abh. der Berlin. Akad. 1849. S. 242.— Ob ein anderer Gebrauch, der jedenfalls bei den nördlichen Germanen vorkam, nämlich den Scheiterhaufen auch mit Decken zu schmücken, bei den südlichen Germanen ganz fehlte, worauf die Worte des Tacitus schliessen nassen, oder ob er von unserem Sehriftsteller übersehen worden ist, muss dahin gestellt bleiben.
Was die folgenden Worte des Tacitus über die Bestattung der Todten betrifft, so bieten uns theils die altdeutschen Gräber, theils die Ueberlieferungen der Skandinavier Stoff zur Erläuterung und Berichtigung dosson, was Tacitus sagt.— Nach diesen Zeug- nissen können wir sagen, dass das Verbrennen der Leichen in jener Zeit vorherrschend war und bei den Edeln hauptsächlich vorkam, während es zugleich an Beispielen nichtverbrannter Leichen aus jener Zeit weder in Deatsciiland, noch in anderen germanischen Landen fehlt. Wir dürfen annehmen, dass die Sitte des Verbrennens der des Begrabens gefolgt sei. Grimm a. a. O. 192. 196.
Wenn Tacitus ferner sagt, dass man den Todten ihre Waffen, manchen sogar ihr Ross mitgegeben habe, so können wir aus den oben genannten Quellen dies nicht nur bestätigen, sondern bedeutend erweitern. Dem Verstorbenen wird das Liebste mitgegeben, Was er auf Erden hatte. So stirbt denn— nach einer bei allen Indogermanen verbreiteten Sitte— oft mit ihm die Gattin, mit ihm ein treuer Knecht; zu seiner Begleitung wird das Ross, das ihn getragen, wer den die Jagdhunde, die ihn Hosieitot, getödtet und zu seinen Füssen auf den Scheiterhaufen gelegt. Dieses Mitsterben galt als eine Ehre für Prau und Knechte, welche letztere dadurch in die Gemeinschaft der Freien kamen. Zu der Asche legte man nachher im Grab die Waffen des Verstorbenen und den Schmuck, den er getragen. War die Leiche nicht verbrannt worden, so gürtete man ihr das Schwert um oder legte es unter den linken Oberarm; den Sbeor und das Schlachtbeil legte man zur Rechten. Vergl. Grimm a. a. O. S. 236. Weinhold altn. Leben S. 477. 493. 495. Auch war es üblich, dass bei der Bestattung berühmter Helden deren Thaten durch Lieder besungen wurden. Weinhold altn. L. 482. Die feierlichste Bestattung altger- manischer Art, die wir kennen, ist die des Westgothen Alarich. Von dieser Bestattung


