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Körpers unbedeckt, in der Mitte des Hauses am Heerdfeuer träge hingelagert ist. Die Spangen, deren sich die Wolhabenderen zur Befestigung des Mantels bedienten, sind bei Klemm Germ. Alterthumskunde S. 71. beschrieben.
Die Wolhabendsten unterschieden sich ja überhaupt durch die Tracht in bedeutendem Grad. Sie trugen— und zwar offenbar ausser dem Mantel— leinene Kleider, welche, da sie eng anlagen und die einzelnen Glieder deutlich ausdrückten, wahrscheinlich aus einem Rock mit Aermeln und einem Beinkleid bestanden. Vergleiche Weinkold Deutsche Frauen S. 406.
Ob zu den Worten:»gerunt et ferarum pelles« als Subject aus dem Vorher eenäen der Begriff: locupletissimi oder der Begriff: Germani zu denken ist, bleibt zweifelhaft; möchte mich aus sprachlichen und sachlichen Gründen für die erstere Ansicht, ade a „Proximi ripae« sind offenbar die an Rhein und Donau,»ulteriores« die weiter im Inneren des Landes Wohnenden. Der von Tacitus beigefügte Grund für sorgfältige Auswahl der Pelze ist dahin zu verstehen, dass die Uferbewohner durch den Verkehr mit den Römern anderweitige Gelegenheit hatten sich Putz zu verschaffen. So bemerkt schon Orelli ganz richtig. Die Worte:»eligunt feras« sind auf die»⸗ulteriores« zu beziehen und besagen, dass diese eine Auswahl unter den Wildpelzen treffen, wie Ritter treffend erklärt. »Maculis pellibusque« ist offenbar soviel als: maculis vellium und wahrscheinlich nur um des Wolklangs willen so verändert.
Unter»exterior Oceanus« ist, wie in Kap. 45., das nördliche Eismeer zu verstehen.
Von der weiblichen Kleidung sagt zwar Tacitus, dass sie mit der männlichen über- einstimmend sei, doch gibt er selbst mehrere nicht unwesentliche Verschiedenheiten an. So trugen die Frauen während der grösseren Hälfte des Jahrs— so möchte ich„»Saepius- verstehen— also während der mildern Jahreszeit leinene Gewänder, welche Tacitus»amictus- nennt und welche er dadurch— denn»amictus- bezeichnet Umwurf— als weitere, umfang- reichere bezeichnet. Diese waren, wenn auch nicht mit eigentlich purpurnen, da Purpur sehr kostbar war, doch wenigstens mit rothen Säumen zur Abwechselung verziert,— so Döderlein ganz richtig, dessen Ansicht durch Weinhold D. Frauen S. 406. Anm. 1. unterstützt wird— und liessen den Oberarm(lacertus) wie den Unterarm(brachium), ja selbst den obersten Theil der Brust unbedeckt. Ich vermuthe, dass die leinene Kleidung die gewöhnliche der Deutschen Frauen war, über welcher sie nur in der kälteren Jahres- zeit und namentlich ausser dem Haus das mantelartige Gewand der Männer trugen, sodass ihre Kleidung alsdann mit der männlichen ziemlich übereinkam.
Achtzehntes Kapitel.
In diesem Kapitel preist Tacitus die eheliche Treue, namentlich der Frauen, als das Beste unter den Sitten der Germanen. Und gewis mit Recht. Denn in ihr tritt uns die


