Druckschrift 
2 (1864)
Entstehung
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Bauten gebraucht, neben onerant ganz müssig stände. Sie waren, soweit wir wissen, trichterförmig angelegt und enthielten zwei Stockwerke, von welchen das obere zum Auf- enthalt für die Familie überhaupt, und namentlich zum Arbeitsplatz der Frauen, das untere zur Aufbewahrung der Früchte diente. Solche Erdhöhlen scheinen überall bei den Germanen im Gebrauch gewesen zu sein.

Für die Anlage solcher Höhlen gibt Tacitus in den letzten Worten zwei Gründe an, welche für die Germanen bei deren damaligem Zustand von entscheidender Wichtigkeit sein mussten die Kälte des Winters und die Gefahr eines feindlichen Ueberfalls. Ob»loci« oder»locis« vorzuziehen sei, lässt sich schwerlich entscheiden, da die Handschriften das Wort gar nicht haben und beide Formen einen angemessenen Sinn geben; doch möchte ich »loci« vorziehen. Da Tacitus das Object zu suffugium sonst, z. B. Ann. 4, 66. und Germ. 46., durch den Genitiv, nirgends durch den Dativ bezeichnet, so ist»hiemi« nicht mit Döderlein als»adversus hiemem«, sondern als»in tempus hiemis« zu nehmen. Die letzten Worte des Kapitels enthalten eine gewisse Ungenauigkeit des Ausdrucks. Der Hauptbegriff ist: »fallunt«, welches, wie Döderlein und Ritter passend erklären, hier die Bedeutung von: »latent« hat, und dazu gehören die Sätze: quod aut ignorantur, aut quaerenda sunt. Zu »quaerenda sunt« hat man eine Bezeichnung der Mühe oder des Zeitverlustes hinzuzudenken. Die Tunge lagen nämlich vom Wohnhaus entfernt und möglichst versteckt.

Zur weiteren Belehrung über den Holzbau der Germanen ist zu empfehlen Weinhold (die Deutschen Frauen im Mittelalter) S. 327 und 328; über die Tunge Wackernagel (Haupt Zeitschr. f. D. A. VII, 128), sowie Weinhold(nordisches Leben S. 225).

Siebenzehntes Kapitel.

Indem Tacitus von der Kleidung handelt, beschreibt er zuerst das für alle Männer gebräuchliche Gewand. Der Uebergang zur weiblichen Tracht wird durch die späteren Worte: nec alius feminis etc. gemacht. Das allgemeine Kleid für die Männer bestand in einem kurzen mantelartigen Gewand, welches dem Römischen Kriegsmantel(sagum) glich und wahrscheinlich entweder ausschliesslich oder doch vorwiegend aus Thierfellen bereitet war. Für letztere Ansicht spricht erstlich das Zeugnis Caesars d. b. G. 4, 1. und 6, 21., sodann der Umstand, dass die Germanen von den Römischen und Griechischen Schrift- stellern der nächsten Jahrhunderte, so oft von ihrer Kleidung die Rede ist, als pelz- tragende bezeichnet werden. Die Beweise dafür finden sich bei Weinhold Deutsche Frauen, S. 405. und 406. Endlich scheint es Tacitus selbst anzudeuten, indem er weiterhin sagt: »gerunt et ferarum pelles«. Das»et« vor ferarum ist nämlich darauf zu beziehen, dass die Germanen meistens Felle von zahmen Thieren, etwa von Schafen, trugen, die Wol- habenderen aber Felle von Wölfen, Bären und anderen wilden Thieren vorzogen. Die Worte»cetera intecti etc.« zeigen den Germanen, wie er, an den übrigen Theilen des