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2 (1864)
Entstehung
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so gibt er damit keine Beweise für Städte, sondern nur für offene Orte und für Burgen, deren die Deutschen gewis nicht wenige besassen. Ja bei Tacitus selbst(hist. 4, 64.) findet sich in der Rede der Tencterer an die hinter Mauern wohnenden Ubier noch ein Beweis gegen das Vorhandensein ummauerter Ortschaften im freien Germanien. In ähnlichem Sinn spricht sich auch Gerlach in seiner Germania S. 117. aus.

Zum Bau der Häuser übergehend führt Tacitus aus, dass die bei den Römern ge- bräuchlichen Stoffe, Bruchsteine zum Bau der Mauern und gebrannte Ziegeln zur Bedachung, von den Germanen nicht gebraucht würden; dass diese vielmehr nur Holz und dem Hol⸗ verwandte Baustoffe das ist die Bedeutung von materia zum Bau der Häuser ver- wendeten. Die Häuser waren also wahrscheinlich von ähnlicher Beschaffenheit, wie man sie noch jetzt in Scandinavien und im Inneren von Russland findet. Zuerst wurden ver- muthlich 4 Baumstämme als Grenzen und Haltpuncte des Gebäudes senkrecht aufgerichtet, und in diese, um die Wände zu bilden, wagerecht übereinander liegende, theilweise behauene Baumstämme eingezapft. Für diesen Holzbau spricht auch eine Stelle Herodians 7, 2. insbesondre:»oeuνμππνes eed(rd Föld) zal douooee Gxnνονππηοαο,νντνα. Die Zwischenräume zwischen den wagerecht liegenden Balken wurden mit Moos ausgestopft oder mit Lehm beklebt und dann mit einer Kalkdecke überzogen, so dass die zwischen den dunkeln Balken regelmässig wechselnden Kalkfelder einer Art von Gemälde oder farbiger Zeichnung nahekamen. So möchte ich die Worte:»quaedam loca... imitetur« erklären, durch welche Tacitus das Einzige, was an den Häusern der Germanen ein gefälliges Aus- sehen zeige, etwas näher beschreibt. Dass»loca quaedam- nicht, wie ein Ausleger will. auf innere Theile des Gebäudes zu beziehen ist, scheint mir daraus hervorzugehen, dass es mit dem Vorhergehenden in unmittelbarer Verbindung steht; vorher aber ist vorzugsweise vom Aeusseren die Rede. Unter»terra« vermuthe ich Kalk. Pictura ist wie Nipperdey im Rhein. Museum f. Phil. 18. Jahrg. 3, Heft. gegen Kritz ausführt, im eigentlichen Sinn zu nehmen, da sonst das Verbum: imitari, welches nur: nahekommen ausdrückt, nicht dazu passen würde. Die Lesart: lineamenta colorum gibt nach meiner Ansicht einen zum Zusammenhang passenden Sinn, während die von Nipperdey an dem eben angeführten Ort vorgeschlagene Lesart: lineamenta locorum nicht nur gegen die Handschriften streitet, sondern sich auch nur durch eine sehr künstliche Erklärung vertheidigen lässt. Der Mittelpunkt des Hauses war offenbar, wie noch jetzt im Westph. Bauernhaus, der Heerd, was auch aus den Anfangsworten des 17. Kapitels hervorgeht.

Endlich berichtet Tacitus von Bauten, welche unter der Erde angelegt(Tacitus ge- braucht: aperire, was Ritter durch: erschliessen treffend erklärt) und mit Mist beladen, als Aufenthaltsorte für die Zeit des Winters und als Kornkammer dienten. Es sind dieselben Räume, deren auch Plinius, hist. nat. 19, 2. und deren die Schriftsteller des Mittelalters vielfach gedenken. Solche Bauten hiessen Tung oder niederdeutsch Dung der Name ist offenbar verwandt mit Dünger. Tacitus sagt auch: multo fimo onerant, wobei insuper- als»obendrein« zu nehmen ist, da es, in der Bedeutung:»oben auf« von unterirdischen

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