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2 (1864)
Entstehung
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ceteri« zu lesen sei. Die Handschriften haben ohne Ausnahme»ceteris«, während nur einige Ausleger, um ihre Ansicht, dass dignatio hier gleich dignitas sei, aufrecht zu erhalten,»ceteri« lesen wollen. Es kann also kein Zweifel sein, dass»ceteris« die beglaubigte Lesart ist. Sobald man aber diese beglaubigte Lesart annimmt, so ist man gezwungen anzunehmen, dass junge Leute von hervorragendem Adel u. s. w. nicht zur Häuptlingswürde, sondern zu einer bevorzugten Stelle im Gefolge erhoben wurden*). Endlich lässt sich zur Unterstützung der eben vorgebrachten Gründe auch das anführen, dass Tacitus in demselben Kapitel für den Begriff: Würde und Glanz das Wort: dignitas gebraucht, also selbst dadurch an die Hand gibt, dass dignatio oben in dem transitiven Sinn von Werthschätzung aufzufassen sei. Schätzenswerthe Beiträge findet man auch in einem Aufsatz von Baumstark Neue Jahrb. für Phil. und Päd. 85. 86. XI. S. 770.

Während so, wenn man principis dignatio als Häuptlingswürde deutet, der Zusammen- hang eine Reihe von Schwierigkeiten bietet, schliesst sich die Auffassung von principis dignatio als Werthschätzung von Seiten eines Häuptlings dem Zusammenhang auf das Besste an. Sie passt zu dem Vorhergehenden, wo von der ersten Ehre junger Leute die Rede ist, indem sie besagt, dass bei bevorzugten Jünglingen die Wehrhaftmachung gleich zu einer höheren Stufe im Gefolge eines Fürsten führe, und sie passt zu dem Folgenden, wo es heisst, dass solche Jünglinge Männern beigesellt werden, die längst erprobt seien; dass es aber für einen Jüngling, auch wenn er noch so hohen Adels sei, keine Schande war, unter die Dienstmannen eines Anderen zu treten, dafür bürgen zahl- reiche Beispiele der Geschichte des Mittelalters.

Aus allen den eben angeführten Gründen scheint mir die Erklärung von principis dignatio als Werthschätzung von Seiten eines Fürsten unbedingt vorzuziehen zu sein.

Die folgenden Worte des 13. Kapitels schildern den Wetteifer, der einerseits unter den Dienstmannen eines und desselben Häuptlings, andererseits unter den Häuptlingen gegen einander herrschte.

In den Sätzen von: haec dignitas... bis zu profligant ist fortwährend der Begriff: principes bald als Genitiv bald als Nominativ hinzuzudenken. Auch sind die Worte: magno globo circumdari unmittelbar mit: haec dignitas, hae vires zu verbinden, sodass die folgenden Worte als Apposition und Erklärung, nämlich decus zu dignitas, praesidium zu vires zu beziehen sind. Denn wenn man circumdari mit decus und praesidium zu einem Satz verbinden wollte, so würden die Pronomina haec und hae auf das vorhergehende Substantivum aemulatio zu beziehen sein. Dies aber würde nicht passen, da man von der aemulatio allenfalls die dignitas, aber nur sehr gesucht die vires der Häuptlinge ab- leiten könnte.

*) Denn es wäre doch eine nicht zu billigende Kühnheit, wenn manceteris nicht auf das unmittelbar vorhergehende adolescentulis, sondern auf ein anderes Wort beziehen wollte.