Druckschrift 
2 (1864)
Entstehung
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8 uns aber im Ganzen nur Weniges überliefert. Weiteres sehe man bei Grimm Deut. Myth. S. 175 189. Mannhardt a. a. O. S. 262 264.

Den Ausdruck»concessis« nimmt Grimm(Deut. Myth. S. 40.) im Sinn von:»geeignet, dem Wesen der Götter entsprechend« und beruft sich dafür auf das Wort: concessa in Tac. hist. 5, 4. Allein in dieser Stelle sowie überhaupt(Tac. ann. 2, 55. 4, 31. 16, 33.) hat concedere, wo es transitiv gebraucht wird, die Bedeutung von:»permittere«; concessus ist also gleich permissus in der Bedeutung von: erlaubt. Diese Erklärung:»erlaubt- empfiehlt sich aber auch ausserdem durch den Zusammenhang, indem-concessis«, im Sinn der Römer genommen, einen passenden Gegensatz zu hostiis humanis bildet. Denn zur Zeit des Tacitus galten Menschenopfer bei den Römern als unerlaubt; die Thieropfer konnten daher recht passend als erlaubte bezeichnet werden.

Die Worte:»et Herculem« sind etwas verdächtig. Unzulässig sind sie freilich nicht, da wir aus Tacitus(Annal. 2, 12.) selbst wissen, dass ein Held, dem der Römer diesen Namen gibt, von den Germanen verehrt wurde; es ist dies derselbe Held, dessen schon Kap. 3. gedacht wurde, der Göttersohn Irmin oder Iring(Grimm Deut. Mythol. S. 326 u. w. Mannhardt S. 265.). Allein dass diese Worte in einigen Handschriften gänzlich feh'en und in den übrigen, in welchen sie vorkommen, eine durch Nichts erklärliche auffallende Stellung hinter dem Worte: placant haben, erweckt den Verdacht, dass sie nicht von Tacitus, sondern von einem seiner Erklärer herrühren.

Dass die Annahme des Tacitus, als sei die Verehrung der Aegyptischen Isis unter einem Theil der Sueven verbreitet gewesen, auf einem Irrthum beruhe, wird wol keines Nachweises bedürfen; aber um so interessanter ist die Frage, was den Tacitus zu diesem Irrthum, für den er selbst keinen andern Grund als das bei dem Cultus gebrauchte Bild eines Schiffes anführt, veranlasst habe.

Bei den Römern wurde am 5. Merz ein Schiff in feierlichem Umzuge umhergetragen und der Isis geweiht, damit sie für die Zeit des wieder eröffneten See-Verkehrs Glück verleihe. Siehe Preller Röm. Myth. 729. Da nun Tacitus in Deutschland eine Göttin fand, der zu Ehren man ebenfalls ein Schiff umherführte, so nahm er an, dass der Cultus der Isis, sowie er bei den Römern eingedrungen war, auch zu den Deutschen gekommen sei. Was für eine Bewandtnis mag es mit diesem Cultus der Germanen gehabt haben? Zeugnisse aus dem Mittelalter und aus dem 16. Jahrhundert geben darauf Antwort. Wie Grimm D. M. S. 237. aus Rodulfi chronicon abbatiae sancti Trudonis ausführlich berichtet, kam ein Zug von Menschen, welchen die Geistlichkeit als einen heidnischen bezeichnete, im Jahr 1133 mit einem Schiffe durch die Gegenden von Aachen und Mastricht, ähnliche Züge mit Schiff oder Pflug wurden noch 1530 in Schwaben verboten, und Berichte von dergleichen Zügen kommen ausserdem vielfach vor. Wie aber die Göttin bei den Deutschen geheissen habe, der zu Ehren dies geschah, lässt sich nur vermuthen. Grimm(D. M. S. 244) denkt an Hulda, die von oben Segen spendende Göttin; Mannhardt S. 302 meint, dass die Göttin Isa geheissen habe, dass sie dem Wesen nach mit der Göttin Fria eins gewesen