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1 (1863)
Entstehung
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Unter die Antriebe zur Tapferkeit, von welchen Tacitus im zweiten Theil dieses Kapitels handelt, ist vorerst das zu rechnen, was er schliesslich von der Leitung im Krieg erwähnt, nämlich der Glaube an die Nähe der Gottheit, welcher durch die mit- genommenen Bilder erhöht werden sollte. Ein zweiter Antrieb liegt in der Aufstellung nach Familien und Verwandtschaften, ein dritter in der Mitwirkung der Frauen bei dem Kampfe.

Zu den Worten: quodque praecipuum etc. ist aus dem Vorausgehenden die Vorstellung, dass die Götter nahe seien, schon als ein Antrieb zur Tapferkeit zu denken, und an diesen Gedanken schliesst sich nun das Folgende als weiterer Antrieb zur Tapferkeit an.

Zu den Worten:non casus... turmam aut cuneum facit, sed familiae et pro- pinquitates ist zunächst zu bemerken, dasscuneus nicht blos eine Abtheilung des Fussvolks bezeichnet, während turma dieselbe Bedeutung für die Reiterei hat, sondern auch, dass jenes Wort bei Tacitus zugleich den Nebenbegriff einer durch Zwischenräume abgesonderten Abtheilung enthält. Dies ergibt sich aus dem Gebrauch in histor. 5, 16: Civilis haud porrecto agmine, sed cuneis adstitit, sowie in Ann. I, 51.Caesar avidas legiones, quo latior populatio foret, quatuor in cuneos dispertit. Zu der Aufstellung nach Familien und Verwandtschaften dient als treffliche Erläuterung, was Leo, Vorlesungen über D. Gesch. 1, 186. sagt:der Schutz des Lebens und der Ehre ruhte hauptsächlich in der Verwandtschaft, in der Sippe... jedes Geschlecht bildete eine Corporation, aneinander gebunden zum gemeinsamen Schutze bei Recht, Leben und Ehre. Vgl. Waitz, D. V. G. I, 45. Solche Geschlechtsverbindungen bestanden z. B. bei den Dith- marsen, solange sich diese frei erhielten. Rühs S. 248.

In der folgenden Stelle:et in proximo pignora unde feminarum ululatus audiri ist das Wort: pignora nach dem Sprachgebrauch des Tacitus, welchen Bötticher im lexicon Taciteum qurch viele Beispiele erweist, als: die Verwandten, als die, welche der Menschseine Lieben nennt, aufzufassen. Sodann entsteht die Frage, ob der Infinitivus: audiri beizubehalten sei. Ritter streicht das Wort, weil es Glosse sei; Kritz verändert es in auditur. Als Infinitivus historicus kann das Wort allerdings nicht aufgefasst werden, wie Orelli richtig bemerkt; aber warum es nicht im Sinn vonauditur oderaudiri solet, aufgefasst werden könnte, da in Agricol. 34.ruere offenbar fürruit oderruere soleté steht, hat Ritter in seiner Polemik gegen audiri, wie mir dünkt, nicht nachgewiesen. Es ist also nach meiner Ansicht weder zur Weglassung noch zur Ver- änderung ein Grund vorhanden. Audiri muss übrigens, wie das deutsche Zeitwort: Sich vernehmen lassen hier im Sinn von:erschallen, ertönen aufgefasst werden, denn nur so Passt es zuunde und bezeichnet einen Vorgang, der auf die Kämpfer einwirkt. Für die Anwesenheit der Frauen in der Nähe des Kampfes und ihre Mitwirkung findet sich eine Belegstelle bei Tacitus hist. 4, 18.Civilis... matrem suam sororesque, simul