Druckschrift 
2 (1874)
Entstehung
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35 Turnen. Im Sommer erhält jede Classe 2 Stunden, im Winter eine Stunde und zwar in der städtischen Turnhalle. Jede Unterrichtsstunde beginnt mit Frei- und Ordnungsübungen, woran sich dann Geräth- und Gerüstübungen anschliessen.(HL. Mäller).

Zeichnen, welches nur in den drei unteren Classen obligatorisch ist.

Sexta: Die grade Linie und ihre Anwendung in Figuren nach der Methode des Prof. Dr. Hertzer. 2 Stunden wöchentlich.

Quinta: Krummlinige Figuren. 2 St. w.

Quarta: Freihandzeichnen n. Vorlegeblättern; Gesichtstheile, einfache Landschaften. 2 St. w.

Tertia: Zeichnen nach Körpern, einfache Köpfe nach Vorlagen. Die Elemente des archi- tektonischen Reissens. 1 St. w.

Secunda und Prima: Ausgeführtere Köpfe und ganze Figuren, auch nach Gyps; grössere Landschaften. Die Lehre von der Perspective und Projection. 1 St. W.(HL. Mäller).

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II.(hronik des Gymnasiums.

Donnerstags den 24. April wurden die Lectionen des neuen Schuljahrs mit einer gemein- samen Andacht eröffnet, welcher der Hauptinhalt von Psalm 18 zu Grunde gelegt war. Zu- gleich wurden zwei neue Lehrer des Gymnasiums eingeführt, nämlich der Schulamts-Candidat Dr. Eduard Wrobel, gebürtig aus Lenkorsz in Westpreussen, der zu seiner Ausbildung und zur Aushülfe im mathematischen Unterricht dem hiesigen Gymnasium zugewiesen war, und Friedrich Schake, hisher Lehrer in Harburg und während des letzten Winters Zögling der Central-Turnanstalt zu Berlin, welcher bestimmt war, Unterricht im Singen, Zeichnen und Turnen sowie in Elementargegenständen am hiesigen Gymnasium zu ertheilen. Ausserdem wurden 47 neue Schüler auf die Gesetze verpflichtet und damit in das Gymnasium aufgenommen. Leider musste bereits im Mai der etwa 3 Wochen vorher begonnene Unterricht im Turnen, Zeichnen und Singen wieder eingestellt werden, da der Lehrer an einem Brustübel erkrankte. Trotz der angewendeten Mittel trat eine Besserung nicht ein, und so entschloss sich der eben erst angestellte Lehrer um seine Entlassung zu bitten, die ihm durch Verfügung des Königlichen Provinzial-Schulcollegiums vom 7. August gewährt wurde. So kam es, dass fast den ganzen Sommer hindurch der Gesang-, Zeichen- und Turn-Unterricht ruhte.

Nach den beiden Pfingstfeiertagen wurden die Lectionen am 3. und 4. Juni ausgesetzt, weil ein Theil der Lehrer einer Versammlung in Kassel beiwohnte. In dieser wurde ein Verein der höheren Schulen der Provinz Hessen-Nassau und des Fürstenthums Waldeck begründet.

Vom 9. bis 16. Juni wurde das herkömmliche Tentamen der Prima abgehalten.