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2 (1874)
Entstehung
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Sonnabend den 5. Juli begannen nach Schluss der Vomittagslectionen die Sommerferien und dauerten bis zum Montag den 28. Juli. Während derselben am 21. Juli langte die Ver- fügung wegen der Wohnungsgeld-Zuschüsse für die Lehrer an.

Freitag den 15. August folgten Lehrer und Schüler der oberen Classen der Leiche des leider zu früh verstorbenen Studiosus Konrad Dörr, der bis zu Ostern d. J. dem Gymnasium als ein seinen Lehrern werther Schüler angehört hatte.

Wegen grosser Hitze wurden die Nachmittags-Lectionen am 29. Juli und am 25. und 26. August ausgesetzt. Am 13. August fielen die Vormittags-Lectionen wegen des Missions- festes aus.

Bei der Sedan-Feier am 2. September hielt Vormittags Prorector Dr. Ritter die Fest- rede im Gymnasium; Nachmittags schlossen sich Lehrer und Schüler dem allgemeinen Zuge auf den Kappeler Berg an, wo unter Gesängen ein Freudenfeuer angezündet wurde.

Die schriftliche Maturitäts-Prüfung fand vom 16. bis 22. August, die mündliche Montags den S. September unter dem Vorsitz des Herrn Provinzial-Schulraths Dr. Rumpel statt. In Folge derselben wurde nicht nur 6 Ober-Primanern, sondern auch einem Extraneus, dem Studiosus Heinrich Butzer aus Sulzbach, das Zeugnis der Reife ertheilt.

Die Aufgabe zum deutschen Aufsatz lautete: Schillers Wilhelm Tell, besonders mit Rück- sicht auf die Grundidee und den Entwicklungsgang des Stückes; die zum lateinischen Aufsatz: de Ciceronis in populum Romanum meritis. Zur mathematischen Arbeit waren folgende Auf- gaben gegeben:

1) Ein auf der Spitze stehender gerader Kegel, dessen Radius= Zem und dessen Höhe h= 8em ist, wird bis zur Höhe 4= 6em mit Wasser gefüllt. Wie hoch steht das Niveau des Wassers, wenn eine Kugel, deren Radius= 1 en ist, in den Kegel geworfen wird?

2) Von einem Dreieck ist ein Winkel= 46⁰23,˙50, die Summe der ihn einschliessenden Seiten s= 163 ² und die Differenz der diesen Seiten gegenüberliegenden Winkel & 6= ßü= 17⁰53,50% gegeben. Es soll das Dreieck aus den gegebenen Stücken kon- struirt und der Inhalt des Dreiecks trigonometrisch berechnet werden.

2= 3) I. 1-=, 31, 5 II. 1 1

4) Jemand hat eine Schuld von 50000 Thalern zu tilgen, die zu 4 ½ steht. Er zahlt alle Jahre 10000 Thlr. ab, die Zinsen miteingerechnet. Nach wie viel Jahren hat er die Schuld getilgt, und wie viel hat er im letzten Jahre noch zu zahlen?

Sonnabend den 20. September wurde das Sommerhalbjahr geschlossen und die 6 Abiturienten feierlich von dem Director entlassen. Einer der Abgehenden, Heinrich Herbener, hielt zuvor eine Abschiedsrede über den Spruch Virgils(Aenéidos 6, 695): Tu ne cede malis, sed contra audentior ito.

Am 13. October Vormittags S Uhr wurden nach dreiwöchentlichen Ferien die Lectionen des Winterhalbjahres mit einer gemneinsamen Andacht eröffnet. Zugleich wurde der für den Unterricht im Zeichnen, Singen, Turnen und in Elementargegenständen durch Verfügung des