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2 (1874)
Entstehung
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aufnahme in die Kirche durchgesctzt, aber nicht die Wiedereinsetzung in die Regierung. Das ist ganz offenbar der Standpunkt Gregors von 1080 und die Politik der rebellischen Vasallen in Deutschland nach dem Tage von Canossa. Da es aber nun ganz klar erwiesen ist, dasz Gregor selbst diesen Standpunkt damals noch nicht vertrat, so ist Bernolds Auffaszung der Dinge eine den thatsächlichen Verhältnissen nicht ganz entsprechende.

5) Auch Arnulf von Mailand ¹) sagt, wie Bernold, dasz Heinrich sich nach Italien begeben habe, um sich dem verabredeten Reichstage zu entziehen. Von Canossa sagt Arnnlf: Rex nudis incedens pedibus, humi prostratus, post multas lacrymas promeruit veniam.

6) Hugo von Flavigny ²) teilt das wichtige Document: Quoniam pro amore mit, von dem ich noch reden werde. Ebenso hat er die Promissio Canusina sowie den Brief: Sicut in prio- ribus literis und vertritt den Standpunkt Gregors von 1080.

7) Abt Ekkehard von Aurach ³) hängt in seiner Darstellung von Canossa ganz von Registrum Gregorii IV, 12 ab, aus dem er Teile wörtlich aufgenommen hat.

8) Die Annales Augustani ¹) heben neben der Lossprechung vom Bann namentlich hervor, dasz der König zu Canossa vom Pabste ehrenvoll empfangen sei. Man weisz nicht recht, worin dies bestanden haben soll.

9) Anselm von Lucca) stellt die Dinge so dar, als hätten die deutschen Fürsten Heinrich genötigt, als Privatmann in einer Burg zu bleiben und so den Reichstag abzuwarten. Dies ist die bekannte falsche Auffaszung der Dinge, wie sie im feindlichen Lager beliebt war. Dann fährt er fort, der König sei, accusante se conscientia sua, dem Pabst nach Canossa entgegen gezogen, habe sich zu seinen Füszen niedergeworfen, Bürgschaften gegeben und sei dann am 3. Tage absolviert aber nicht in sein Reich wieder eingesetzt worden. Also auch hier deutlich der Standpunkt Gregors von 1080.

10) Die Vita Heinrici imperatoris) gibt an, Heinrich habe, nachdem er seine unglückliche Lage erkannt, den raschen und seheimen Plan gefaszt, nach Italien zu gehen, um zwei Dinge mit Einem Schlag zu vollbringen, nemlich Lossprechung vom Bann und Durchkreuzung des Plans der Reichsversammlung. Das ist im ganzen sehr richtig dargestellt. Dagegen ist son- derbar motiviert, dasz er auf die ihm zur Last selegten Verbrechen nicht antworten will.

11) Donizo*), bei dem Heinrich IV. als Heinrich III. Zählt, schildert, Heinrich habe sich an Mathilde um Vermittlung sewandt, und der Pabst habe sich durch deren Bitten bestimmen laszen. Auch habe Hugo von Cluny, der Pathe des Königs, eine wichtige Vermittlerrolle über- nommen. Als Heinrich bereits drei Tage vor Canossa Busze gethan hatte und noch keine Einigung crzielt war, habe der König wieder zurück gewollt. Da sei noch am Abend des dritten Tages eine Einigung durch folgenden Vorgang herbeigeführt worden. In der Nicolaus- capelle bei Canossa habe der König llugo von Cluny gebeten, sich für ihn zu verbürgen, auch Mathilde habe dies gethan. Hugo aber habe sich zu ihr gewandt mit den Worten: Niemand vird dies vermögen, wenn Du es nicht thust. Darauf habe der König das Knie vor ihr ge- beugt und gesagt:

Consobrina valens, fac me benedicere, vade!

1) Pertz Monum. tom. X. 2) l'ertz Monum. X. 3) Pertz Mon. VIII. 4 bertz Monum. V. 5) Pertz Monum. XIV. 6) Pertz Monum. XIV. 7) pertz Monum. XIV