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2 (1874)
Entstehung
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Reichstags unter des Pabstes Vorsitz unbeachtet lieszs, und die Situation mehr als eine rein kirchliche darstellen sollte. Die Aenderung des Documents erregte in Rom vor dem Pabste und den Gesandten der Reichsvasallen groszen Unwillen; es musz also etwas sehr Wichtiges weggeblieben sein. Jedenfalls ist nicht eine Aenderung vorgenommen, mit der der Pabst und die Vasallen hätten sehr zufrieden sein können. Was mit dem Schluszsatze von Condecet an eigentlich bezweckt werden sollte, ist nicht recht erfindlich, da durch diesen Gregor cher gereizt als besänftigt werden muste ¹).

II. Canossa.

Bruno läszt die Fürsten, bevor sie Tribur verlaszen, sich eidlich verpflichten, dasz wenn nicht Heinrich bis Anfang Februar durch den Pabst vom Banne befreit sei, er nicht ferner mehr ihr König sein solle²); darin lag eine Nötigung für den König sobald wie möglich Los- sprechung vom Banne zu suchen. Heinrich wollte nun in Italien mit dem Pabste selbst in Beziehung treten. Diesen Wunsch des Königs brachte zunächst Udo von Trier dem Pabste vor. Allein der Pabst schlägt diese Bitte ab s). Von Seiten der deutschen Fürsten war eine Gesandtschaft an den Pabst geschickt, um ihn nach Deutschland einzuladen, damit er daselbst den Streit zwischen ihnen und dem König schlichte 4). Für diesen Gedanken interessierte sich der Pabst; er erwog, von welch unberechenbarem Vorteil ein solches Schiedsrichteramt für ihn sein würde. Darum schlug er dem Könige wiederholt die Bitte ab, seine Busze in Italien ab- machen zu dürfen, und verwies die Gesandten des Königs auf die Reichsversammlung ³). Den Gesandten der Fürsten gibt der Pabst Briefe mit, in quibus ³6) plurimum pro dacatu su, Pro ceteris necessariis et pro pace ipsos, ut oportuit, diligenter praemonuerat. Dies sind wahr- scheinlich die Briefe No. 17 und 18 der Epist. coll. Gregor. VII. bei Jaffé II. p. 542, 543 und 544.

Im ersten: Nos et indigni teilt er den deutschen Fürsten mit, dasz er hoffe am 8. Jan. 1077 zu Mantua zu sein*). Er erklärt sich bereit, alles für die Freiheit der Kirche und die Wolfahrt des Reichs aufzubieten. Dann trägt er ihnen auf, Sorge für seine Aufnahme zu tragen und Frieden zu halten, damit sein Vorhaben nicht vereitelt werde. Auch erwähnt er die Kämpfe, die er mit den Boten des Königs zu bestehen habe und worüber sie die Ueber- bringer der Briefe noch mehr belehren würden).

1) Pertz Leg. II. p. 49: Condecet autem et sanctitatem tuam, ea quae de te vulgata scandalum ecclesiae pariunt, non dissimulare, sed remoto a publica conscientia et hoc scrupulo, universalem tam ecclesiae quam regni tranquillitatem per tuam sapientiam stabiliri. 2) Auch Berthold Pertz VII. p. 287 berichtet ein Gleiches. 3) Berthold p. 287: Quapropter quod rex obnixe satis rogaverat ut scilicet Romam ei ad papam reconciliando pervenire liceret, nequaquam consentire papa voluit 4) Berth. p. 286: Primates regni legatos Romam dirigunt ipsumque(papam) per misericordiam dei suppliciter obsecratum implorant ut in has partes dissensionem hujusmodi compositurus venire dignaretur. 5) Bertb. p. 287: Ut in praesentia regni primatum apud Augustam Vindelicam a se audiendus et reconciliandus sibi occurreret. 6) Berth. p. 287. 7) Statnimus profectionem nostram ita maturare, ut a. d. VI. Id Januar. velimus Mantuae esse. 8) Quot et quantas colluctationes cum regis nuntiis habuerimus et quibus rationibus dictis eorum obviaverimus, quidquid his literis deesse videtur, latores earum plenius indicabunt.

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