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1 (1914)
Entstehung
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Xhnlich J. Rist in dem sehr lesenswerten Progr. Stuttgart. Kgl. Realgymn. 1911/⁄12:Besprechung von Werken der bildenden Kunst mit Schülern der höheren Klassen.Hierzu tritt als höheres und feineres Ziel der Kunst⸗ unterweisung in den oberen Klassen ein mitfühlendes Eindringen in die künstlerischen und seelischen Werte der Kunstwerke, Pflege des Geschmadks, Erziehung zu ästhetischem Genießen, Anleitung zum Erkennen des Gesetz- mäßigen in der Kunst und ihres Zusammenhangs mit Geschichte und Kultur. S. 4.

Vergl. auch K. Voll in der Einleitung zum 1. Bd. seinerVergleichenden Gemäldestudien. München 1907.Es handelt sich darum, nicht nur das Nuge zu üben, sondern auch jene Voreingenommenheiten und Vorurteile zu beseitigen, die gerade im 19. Jahrhundert so oft einer gedeihlichen Entwicklung der Kunst hinderlich gewesen sind. Die Schüler müssen lernen, daß es keine Kunst gibt, die die beste genannt werden dürſte, sie müssen lernen, vorurteilslos an das Kunst- werk heranzutreten und es zunächst einmal um seiner selbst willen zu betrachten und nur aus sich selbst heraus zu erklären. Dann spricht er vonden Ungerech- tigkeiten, mit denen noch vor kurzer Zeit besonders an unseren Gymnasien die neuere und neueste Zeit behandelt worden ist.(S. 16.) Ist es denn schon besser geworden?

Volkelt:Kunst und Volkserziehung.Nicht bloß das Sehen muß gelernt und geübt werden, sondern auch das damit zu verschmelzende Fühlen und Vorstellen. Der Lehrer muß den Schülern das künstlerische Betrachten und Auffassen eindrucksvoll vorerleben, d. h. der Schüler soll aus den Worten, Bemerkungen, auch aus den eigentlichen Erklärungen des Lehrers heraushören und herausfühlen, wie dieser darin mit nschauen, Phantasie und Gefühl künstlerisch tätig ist.Die Worte sind so zu wählen, daß sie ihre Herkunft am künstlerischen Erleben fühlbar an sich tragen(usw. S. 55 f.). Zusammen- fassend Zehme a. a. O. S. 63 ff.

Ich meine, man kann hier ähnlich verfahren wie im deutschen Unterricht in den oberen Klassen.

Auch da wird man sich doch nicht mit dem einzelnen Werke begnügen, man wird vielmehr versuchen, literaturgeschichtliche ZWusammenhänge herzu- stellen, das Wesen der Dichterpersönlichkeit, eines Goethe z. B., zu gewinnen. Man wird auch Fragen allgemeiner Art besprechen, z. B. den Begriff der Schuld, das Wesen des Tragischen, man wird versuchen, Einsicht in die Kunstformen und ihre Gesetze zu geben und so dem Schüler zu einem künstlerischen Maß- stab verhelfen.

Sehr schön führt das im einzelnen mit vielen Beispielen aus Hippolyte Taine in seinerPhilosophie de l'art, aus dem Pranzösischen übertragen von E. Hardt, Jena 1002, 2 Bde., besonders Bd. I, S. 10 ff. Bei Winter in Heidelberg(1007) ist ein franzõsischer Auszug als Klassenlektüre für Prima erschienen in der Samm- lung französischer Schriftsteller aus dem Gebiet der Philosophie, Kultur- geschichte. Vergl. auch Anm. 26.