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Mantel des Schäfers wiedergibt. Wir sehen da, wie wir aus der Ferne ja auch in Wirklichkeit sehen, nur eine dunkle große Masse. Und diese läßt der Künstler dann in lapidarem Faltenwurf niederfallen. ZTum Schluß werden die allgemeinen Züge der Milletschen Kunst noch einmal von einem Schüler zusammengestellt, und von einem anderen werden an den Abbil⸗ dungen die Beweise dafür gezeigt.
Was Millet für die Bauern ist, das ist Meunierò für die MEUNIRR Lohnarbeiter. Meunier, ein Kind unserer Zeit, ist erst vor wenigen Jahren gestorben. Er lebte in Belgien, in dem Kohlenrevier. Er gibt in Plastiken und Reliefs den Minenarbeiter wieder und den Hafen- arbeiter, der in den großen Häfen, vor allem in Antwerpen, auf seinen mächtigen Schultern die schweren Lasten trägt. Er ist also in erster Linie Bildhauer.
Wir wollen zunächst ein Geæmäldo von ihm betrachten:„Das schwarze Land Es ist kein Blick in eine schöne Gegend. Ein Wald von Schornsteinen ragt uns entgegen, die ganze Gegend ist erfüllt von Rauch und Ruß, aber doch ist sie schön in ihrer Art, schön durch den Nusdrudk. Es ist eine Art Großstadtpoesie, Sie ist schön, wie die Fabrik schön ist, in der Hunderte von Maschinen ächzen und Hun- derte von Rädern surren. Diese Fabrik ist schön durch das, was sie uns sagt. Sie erzählt uns, daß hier Tausende von Arbeitern von morgens früh bis abends spät sich mühen, für sich, für Weib und Kind ihr Brot zu verdienen, sie erzählt uns von der Macht des Menschen über die Natur, von dem Siege des Geistes über den Stoff. In diesem Sinne ist auch die Gegend schön, die uns Meunier hier zeigt.
Wie Millet die Bauern betrachtet hat, genau so betrachtet Meunier die Lohnarbeiter. Ruch er schreckt nicht zuridk vor dem Häßlichen, fast Abstoßenden ihrer Gesichter und ihrer Kleidung. Nicht allein die Menschen, nein auch die Tiere betrachtet er unter diesem Gesichtswinkel. Wie schreck⸗ lich ist das Minenpferd dieses Knochengerippe mit etwas Haut, das drunten stets in dunkler Nacht lebt und erst wieder an das Licht des Tages kommt, wenn es tot ist. Wie fürchterlich dieser ausgemergelte Leib, dieser unsäg⸗ lich traurige Blick. Es ist wie eine Anklage gegen uns alle. Und dann die Menschen, mit ihren vorstehenden Badkenknochen, ihren tiefliegenden unterfurchten Xugen, ihrer niedrigen Stirn. Aber kann es denn anders sein bei der anstrengenden Arbeit und bei der andauernden Unterernãhrungꝰ Meunier lehrt uns so das Haäßliche bei unseren enterbten Brüdern 25 notwendig, als selbstverständlich anzusehen. Und genau wie Millet sieht
er durch das Häßliche hindurch die Jchönboit. Er sieht Grõße, wo wir


