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innert hierin an Terborch. Er ist einer der größten Maler des 19. Jahr⸗ hunderts gewesen. In Frankfurt, im Städelschen Institut, finden Sie ein schönes Beispiel seiner Kunst.(Alterer Bauer und junges Mädchen in ober⸗ bayrischem Kostüm[Kat. 620])). Ein Kunstkenner hat dies einmal als das schönste Bild der ganzen Sammlung bezeichnet. Goethes Wort fällt uns bei der Kunst Leibls ein:„Greift nur hinein ins volle Menschenleben“. Ja, wo ein großer Künstler es packt, da wird es nicht nur interessant, wie Goethe sagt, da wird auch das Alltägliche und Einfachste zu wahrer, echter Kunst.
Im Gegensatz zu Leibl stehen die drei anderen RNAN,AIIn. Vertreter der deutschen Bauernmalerei des 10. Jahrhunderts, gleichzeitig auch die wichtigsten
Sittenbildmaler dieser Zeit: Knaus, Lautier und Defregger. Sie schildern nicht wie Leibl, sie erzäãezlen, sie geben Anekdotenbaftes, kultur- Bistorisch Interessantes, immer mit genreartigem Beigeschmack. Nicht den Künstler merkt man bei ihnen heraus, sondern den Erzähler, der einfach alles zusammenstellt, den Anekdorenmaler. Es werden einige Beispiele ge- zeigt, diese Bilder wirken leicht übertrieben, sie schmecken nach Theater, sie sind mehr redigiert als gemalt. Hier macht sich ein gewisser Widersprudh der Schüler geltend, ein Beweis dafũr, was ja eigentlich sehr natürlich ist, daß die Schüler noch viel zu sehr am Stoff, am schönen Inhalt kleben. Defregger weist das am besten auf, was wir zeigen wollen. So sehen keine Bauern in Wirklichkeit aus wie die Bauern auf seinen bekannten Bildern, das sind Städter, die sich zu Tirolern verkleiden, es ist nicht der wahre Bauer in seiner Derbheit und Plumpheit, es sind Salontiroler. Es ist Feine Kunst- lerische, malerische Erfassung der einfachen Wirkklichkeit wie bei Leci, es ist, so könnte man sagen, Zuckerwasser, kein Trunk aus frischem Berg- quell. Ganz anders dagegen sind die Studien- und Einzelköpfe Dofreggers, sie sind knorrig, derb und urwũüchsig. Anders sind auch seine alten Bauern- stuben, Sennhütten, Dorfgassen und Scheunentore, oft ohne Personen, da ist nichts Gemachtes, alles ist echt Hinstlerisch. Es ist, wie bei den Nieder- ländern, ein einfacher Ausschnint aus der Wirklichkeit.
WIIErT Wir kommen nun zum letzten Teil, zur Besprechung von Millet
und Meunier. Lange vor den oben besprochenen Meistern lebte Milletsin den dreißiger Jahren des 10. Jahrhunderts. Es hat sich damals in einem Wäldchen unweit von Paris in Barkizon eine Künstler⸗ kolonie gebildet.— Hierbei wird an einige Malerkolonien der Gegenwart erinnert, an Willinghausen, das wir oben schon erwähnten, an die Worps-
weder bei Bremen, die Dachauer unweit München.— Mehrere Bilder von 3


