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Dieses Tragische in der Alltäglichkeit finden wir im Gegensatz zur antiken Tragõdie schon in der Kabale und Liebe Schillers, dann ũberhaupt im bürger⸗ lichen Trauerspiel. Hebbels Maria Magdalena ist ein gutes Beispiel dafür, von Stücken unserer Zeit erwähnen wir Hauptmanns Fuhrmann
Henschel.
Zum Schluß dieses Abschnittes wird die Frage gestellt:„Welches dieser beiden letzten Bilder von Teniers verdient den Vorzug?“„Wohl der Bauer mit dem Schubkarren.“ Hier tritt der Himmel mehr hervor durch die düsteren Wolken, dazwischen ein kleines beleuchtetes Wölkchen. So kommt etwas Stimmungsvolles in das Bild(es wird an das erinnert, was wir bei der Landschaft von Wouwermann besprachen).
reIn.rus rlener erenden Denebemu SLS VOR TI AJ 18 des vorliegenden Bildes(Kat. 141, Kab. 1)
ist gleich zu erkennen./ Pilatus zeigt den Juden den gegeißelten Erlõser. Wichtig ist, welches Motiv aus der Geschichte Christi Teniers wählte
und was er daraus gemacht hat. Wie die germanische Kunst überhaupt, so stellt auch er hier eine Szene aus der Passion Christi dar. Wir erinnern an Dürer mit seinen zwei Passionsfolgen, der Großen und der Kleinen Passion. Nicht so die Italiener, sie finden das Ideal ihrer Kunst in den vielen Mariendarstellungen. Christus stellen sie lieber dar z. B. in der Himmelfahrt als Triumphator über den Tod, sie geben den Sieg des Göttlichen über das Menschliche. Woher kommt das? Es ist die Porliebe und das Interesse èor Germanen fuür Jas roin Seelische, sie wollen uns zeigen:„Das hat Christus für Euch getan.“²*ν So müssen sie dann auch, wie hier Teniers, Christus als leidenden Menschen darstellen.
Bei unserem Bilde zweifelt man, was für den Maler die Hauptsache war: die Gestalt Christi, des Pilatus oder die aufgeregte, tobende Menge. Es fällt wieder das Charakteristische auf: die bewegten Hände, die auf⸗ gerissenen Münder. Es ist eben der Sittenbildner, der sich hier zeigt, er macht aus dem religiösen Stoff ein Sittenbild. So hat er auch öfters die Szene gemalt, wie die Soldaten um die Kleider Christi würfeln. Auf einen dritten Punkt macht ein Schüler mit Recht aufmerksam. Es spielt alles auf unserem Bilde in den Niederlanden, das sieht man schon an den Personen. Also liegt hier keine historische Auffassung vor. Genau so ist es auch bei den Italienern, sie verlegen stets den religiösen Stoff in ihre eigene Zeit, In unseren Tagen hat das Uhde auch getan. Aber wie hat man ihn
angegriffen!


