Druckschrift 
1 (1914)
Entstehung
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Er freut sich, daß er seinen Käse endlich los wird, es war die höchste Zeit. Andere finden den Grund zu seiner Freude darin, daß er seinen Gästen einen solchen schönen Käse überhaupt vorsetzen kann. Das Ergebnis ist also: der Inhalt des Bildes ist gleichgültig, alltäglich, ja fast abstoßend, aber qlioser fast abstoßende Inhalt wird geadelt durch die Schönheit der Form, die Darstellung.(Farbe, Licht, Charalateristik, Humor). Also das Bild ist ein Kunstwerk geworden durch das Wie, durch das, was der Künstler daraus gemacht hat und wie er den Stoff behandelt hat.

TENIERS, BAUER In Ahnlicher Weise werden dann andere Bilder MIT SCIHHIIBKAXRRE von Teniers besprochen. Der Zabhnbrocher. (Kat. 144, Kab. 13), die zechenden Bauorn. (Kat. 140, Kat. 13). Bei den folgenden Bildern von Teniers, èer Bauer mit dem chubhkarren und Bauern Beim Kogelspie!(Kat. 142 und 143, Kab. 13) fallen im Gegensatz zu den bis jetzt betrachteten Bildern desselben Malers einige Unterschiede auf. Zunächst die Tiguren sind ganz klein und treten dadurch zurüdk. Aber sie sind gut wiedergegeben, hervorgehoben durch die Farbe und durch die Haltung. Wie ist zum Beispiel der Spiel= eifer bei den Kegelspielern zum Xusdrud gebracht. Ein anderer Unter⸗ schied liegt noch darin, daß sich bei diesen beiden Bildern der Vorgang im Freien abspielt, so tritt das Laudschaftliche noch hinzu. Die Häuser aus Stein, nüchtern, ein großes Stück Himmel, Blick in die Ferne, ein Aus- schnitt aus der eigenen Heimat, die Abhänge mit grünen Baumgruppen, aus einer schaut ein Kirchturm hervor. Ein anspruchloses Motiv. Aber wir fühlen eine gewisse Liebe des Künstlers zu dem Heimatlichen, ein Ver⸗ ständnis für ihre sanften, schlichten Reize, man könnte fast vonHeimat- Kunst reden. Der Begriff wird erklärt, Beispiele aus der Gegenwart werden genannt, vor allem aus Hessen, die Malerkolonie in Willings- hausen, Thiele und Bantzer, jetzt in Dresden, an seine Bilder in der Kunst- ausstellung wird erinnert. Xuf ähnliche Erscheinungen in der Literatur wird hingewiesen. Die Schüler nennen Reuter, Hebel, Storm, Klaus Groth und Zahn, den Bahnhofswirt in Göschenen oben auf dem Gotthard. Auch Klara Viebig, die Romanschriftstellerin, gehört namentlich mit ihrer NovellensammlungKinder der Eifel in diese Gruppe. Eine Xuswahl enthält ein Band der Wiesbadener Volksbücher zu 10 Pfg. Namentlich die ergreifende Geschichte,Das Miseräbelchen zeigt, was wir vorhin bei Teniers besprachen, daß man auch einen schlichten, einfachen Stoff aus der Alltäglich⸗ keit zu einem Kunstwerk gestalten kann. Dazu gehört freilich ein wahrer Künstler. Hier ist es gerade das Tragische im alltäglichen Leben. Dazu braucht man keinen Stoff, in dem nur Götter oder Könige vorkommen.