Druckschrift 
1 (1914)
Entstehung
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wir schließlich zu dem Ergebnis, sie mußãärgerlich sein. Warum aber? Manche meinen, weil an ihrem Manne diese Operation vorgenommen wird, oder andere, sie hielt dies überhaupt für überflüssig, aber aus Neugierde sei sie mitgegangen, das zeigt ihrgieriger Blick. Ja, wenn es die Kuh noch wäre, so ist es ja nur ihr Mann. Wichtig ist auch die Deutung des Blidas des Herrn Doktor, Er hat in der einen Hand eine Flasche und will auf das Hühnerauge eine ätzende Flüssigkeit schütten, aber fragend sieht er denPatienten an. Er fragt gleichsam mit den Nugen:So, ist jetzt der rechte Augenblid gekommen? Durch diesen Blick und Gesichtsausdrudk ist seine Vorsicht geschildert, eine gewisse Rüdasicht und Teilnahme. Dazu kommt das ernste Gesicht des Kranken mit dem etwas geöffneten, schmerz⸗ lich verzogenen Mund und dann vor allem das Gesicht des Gehilfen, der gerade ein Pflaster wärmt. Auch dies konnte erst nach einigen Fragen richtig gedeutet werden. Er blickt interesselos, mihmutig, gleichgültig gegen seine Beschäſtigung. Er dünkt sich mehr, er ist sich zu gut dazu. Es ist, als wolle er sagen:Diese Arbeit ist nichts für mich, was der Meister kann, das kann ich schon längst.

Auch bei der dritten Frage:Was gefällt uns an dem Bilde ergeben sich genau die gleichen Gesichtspunkte wie bei dem Bilde von Steen. Zum Schluß vor allem die Frage:Worin zeigt sich der Humor? Der umor ist stets eine Eigenschaft echter deutscher Kunst gewesen, von Cranach, Dürer an bis auf unsere Tage, bis auf Böcklin. Seine Fratzen an der Galerie von Basel werden gezeigt. Bei unserem Bilde finden wir das Humoristische bei der mißtrauischen Frau und vor allem bei dem Gehilfen mit seinem alten, runzligen Gesicht auf dem kleinen Körper, mit seinen großenKalbsaugen und seinem Hochmut, wenn wir es stark ausdrücken wollen. Komisch wirkt auch im Hintergrunde der eine Mann, der gerade eingeseift ist und mit seinem dicken Gesicht aus dem großen Tuche hervor- blickt, das um ihn gebunden ist. Etwas Komisches hat schſießlich der steife Rücdken des ruhig Dasitzenden an sich, der nicht weicht und wankt, bis auch an ihn die Reihe kommt.

Es folgten zur Wiederholung einige Fragen über Inhalt und Form bei den besprochenen Bildern, über die Bedeutung der Form bei Terborch und seine künstlerische Nufgabe.

Es kommt also, das stellen wir noch einmal fest, darauf an, was die Künstler aus dem Was machen. Jedenfalls, und das ist sehr wichtig, ist es falsch, das Was als den allein maßgebenden Taktor ansusehen, wie das in der Regel der Laie meint. Zum Schluß werden die beiden Kriterien echter Kunst wiederholt, die wie bei dem Bilde von Coques ableiteten. Es ist die Lebendigkeit und das Indiskrete.