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rung stellen, sie sollten ihr Ideal darin sehen, es der Antike möglichst gleichzutun.
Aber noch ein zweites Charakteristikum können wir hier ableiten. Es ist das, was ich das Iutime, das Indiskrete der echten Kunst nennen möchte(wir haben dies auch schon einmal bei Steen berührt). Diese Per- sonen hier sehen uns an, sie wissen, daß sie gemalt werden. So ist auch die Handbewegung des Mannes zu erklären. Der Maler hat ihm gesagt: „So setzen Sie sich, so halten Sie ihre Hand, das sieht gut und sprechend aus.“ Sie sehen also genau wie beim Photographen, d. h. nicht wie beim Amateurphotographen, denn dieser weiß, daß höchste Natürlichkeit und Lebendigkeit wesentlich sind. So können wir auch die vorhin für uns un- verständliche Haltung der Frau erklären. Wie ganz anders doch die Per- sonen bei Steen und Terborch. Sie haben keine Xhnung davon, daß sie gemalt werden, und darum wirken sie auch so lebendig. Zum Schlusse noch einmal die Zusammenstellung der beiden Merkmale echter Kunst.
Wir wollen jetzt einige Bilder besprechen, die zu dem niederen Jitten- Bilde gehören, vor allem Darstellungen aus dem Leben der Bauern. Die wichtigsten Vertreter dieser Gattung in der niederländischen Kunst sind: Brouwer, Teniers und Ostade. Das einzige Bild von Brouwer in unserer Galerie, das Sie hier sehen(Kat. 137 Kab. ¹3), gibt uns keinen rechten Be- griff von der großen künstlerischen Bedeutung dieses Mannes.
TENIERS, Anders steht es mit Zeniers. Wir sprechen zunächst BADERSTUIBE von seiner Baderstube(Kat. 147 Kab. 15). Ein Schüler hat die Aufgabe bekommen, über das Bild zu berichten nach den Gesichtspunkten: Was bedeutet das Bild, was sehen wir, und was gefällt uns an dem Bilde.** Wir verfahren ganz ähnlich wie bei der Besprechung des Steenschen Bildes. Nur gehen wir diesmal von der zweiten Frage aus:„Was stellt das Bild dar?“ Bei der ersten Frage besprechen wir den Schauplatz, die einzelnen Gegenstände werden auf- gezählt, es wird darauf aufmerksam gemacht, mit welcher Liebe sie gemalt sind. Es folgen die Personen, ihre Kleidung, ihre Haltung, ihr Gesichts- ausdruck, es wird hierbei auf das Formale hingewiesen, namentlich die Farben, Farbenübergänge, Farbenharmonie. Bei dem Gesichtsausdrudk besprechen wir bei einzelnen Personen das Mienenspiel(Mund, Augen, Stirnfalten). Es fällt auf, wie natürlich die Frau die eine Hand unter die Schürze hält.(Hierbei wird an die ähnliche Haltung der Frau am Tische auf dem Steenschen Bilde erinnert). Der etwas finstere Blic dieser Frau wird von den Schũülern verschieden gedeutet. Der Lehrer frast:„Wann legen wir die Stirn in Falten? Machen Sie es nach, um es festzustellen.“ So kommen


