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bei der Darstellung einer Art Familienfestlichkeit sich auch ein Hund be⸗ findet. Gerade in der germanischen Kunst findet man oſt Hunde, so bei Rembrandt und auf den Holzschnitten Dürers. Der Germane liebt die Tiere, der Romane aber ist ein Tierquäler, ihn verbindet keine nähere Be- ziehung mit seinem Tiere, genau wie den Orientalen. Eine hübsche Antwort auf die Frage:„Was tut der Hund hier?“ gab ein Schüler.„Erstaunt, so sagte er, sieht der Hund dem Treiben seines Herren zu, er hätte von dem- jenigen, von dem er bisher eine so hohe Meinung hatte, solch kindisches Benehmen nicht erwartet.“
Es fehlt noch die Besprechung der 3. Gruppe im Hintergrunde rechts. Sie fällt auf durch ihre Ruhe, sie beteiligt sich nicht an der allgemeinen Lustigkeit. Die Züge der beiden Herren vorne sind kalt und fast finster. Der eine Herr links trägt einen Zettel an seinem Hute mit einer Aufschrift, die„Pfarrer“ bedeutet.
L.- Wir gehen jetzt zu der zweiten Trage I. Neds BeslorNpll über:„Was Hodlutet das Bildꝰ“ Man kann
seine Freude auch an diesem Bilde haben, ohne eigentlich zu wissen, was es darstellen soll. Das Wesentliche können Sie selbst finden, worin besteht es? ⸗ Jch.⸗ Das Bild stellt eine lustige Gesellschaft dar, eine Art Fastnachtstreiben.- L., Um was handelt es sich bei diesem Feste?-· Sch., Man ißt Kuchen und trinkt Wein, verkleidet sich und macht auf seine Art Musik.„ L., Es ist hier das Bohnenfest am Dreikõnigstage dargestellt. Die Hauptsache dabei ist ein Kuchen, es scheint eine Art Sandtorte zu sein, in diesen hat man eine Bohne hineingebacken. — Es wird an eine ähnliche Sitte bei uns, den sogenannten Brautkaffee er⸗ innert.— Wer nun die Bohne in seinem Stück findet, der ist König und ihm wird besonders gehuldigt.— Wer ist nun hier der Bohnenkönig? . Jch., Der kleine Junge.-Z.: Woran erkennen Sie das?. Sch., An der Papierkrone, die er auf dem Kopfe trägt.- L. Sie ist gleichsam ein Zeichen seiner Würde, und den Tisch, auf dem er steht, könnte man seinen Thron nennen. Eine gute Tante, vielleicht auch seine Großmufter— keine barm⸗ herzige Schwester, wie man der Kleidung nach denken könnte— reicht ihm gerade den Königstrunk. Wir verstehen jetzt auch den Blick der Frau mit dem Glas und dem Krug. Es ist seine Mutter, sie ist stolz darauf, daß gerade ihrem Liebling diese Auszeichnung zuteil wurde.
Die Erklärung der Gruppe rechts macht Schwierigkeiten, Sie ist auch, wie der frühere Direktor der Galerie einmal äußerte, nie überzeugend er- klärt worden. Eine Erklärungsmöglichkeit wäre folgende: Man denke an die hãufig satirische Note, die manche Bilder von Steen haben. ¹) Dann könnte


