— 9—
sphäre, die Luft im Zimmer, die über allem liegt, kurz der Ton, hat einen gelblich goldenen Schein. Woher kommt diese Färbung?. Sch.. Sie kommt durch die Art der Beleuchtung.„L., In welcher Tageszeit befinden wir uns wohl?„ Es werden verschiedene Tageszeiten angegeben: Ein Schüler meint, die Sonne gehe gerade unter, ein anderer erklärt, es kõnne auch eine andere Tageszeit sein.„ L., Wenn es nun 2. B. Nachmittag wäre, wie erklären Sie sich dann den goldenen Schein?. Sch.⸗ Das Licht wird durch die Butzenscheiben gedämpft. ⸗L., Es sieht so aus, als ob auch draußen diese gelbliche Beleuchtung herrsche. Auch bei uns kann man sie oft beobachten, wann nämlich? ⸗ch.- Nach einem Gewitter, oder wenn es bewöllet ist und die Sonne dann durch die Wolken oder durch den Nebel zu dringen sucht. · L.: Ubrigens draußen im Treppenhause unserer Galerie finden Sie auch meist diese gelbliche Atmosphäre, das Licht wird durch die dicken Scheiben des Oberlichtes gedämpft. Es ist dies eine Be- leuchtung, wie sie sich in Holland namentlich durch die Einwirkung des Meeres vielfach findet. Sie hat vielleicht auch Rembrandt den ersten Anlaß gegeben zu dem goldgelben Glanz aufseinen Bildern. Später bei Rembrandt werden wir es näher besprechen. Sehen Sie nun einmal das Glas an, aus dem das Kind trinkt, was fällt Ihnen daran auf? ⸗ Sch.⸗ Es funkelt so. L.- Woher kommt das? ⸗- Sc, Es ist das Licht, das sich darin spiegelt. L., Diese Spiegelung von Licht, namentlich auf Metall, finden Sie auch an anderen Stellen unseres Bildes.(Einige Beispiele werden genannt.) Das- selbe finden Sie auch nebenan auf dem Bilde von Terborch.(Kat. 288. Kab. 10.) Nuch da wird unser Auge erfreut durch den Glanz der Metall- büchsen, die auf der schwarzen Tischdedke stehen. Achten Sie übrigens auch einmal zu Hause darauf, wie hübsch in dem dämmerigen Zimmer die Metallteile der Türklinke, Kupferkannen oder Zinnteller in dem schummrigen Lichte glänzen.. Es folgt jetzt die Besprechung der anderen Personen der linken Gruppe. Bei der Frage, warum zupft das Mädchen das Kind, das auf dem Tische steht, am Rock, sind die Meinungen gSeteilt. Einer meint, es wolle auch trinken, ein anderer, es wolle das Kind necken, ein dritter, das Kind solle sich beim Trinken verschlucken.- L.⸗ Was in solchem Falle wohl das Richtige ist, entscheidet man am besten aus dem Sinne des Bildes, aus dem Charakter des Inhaltes, und der ist hier durchaus lustig. ⸗„ Bei den zwei Männern der linken Gruppe fällt be- sonders auf, wie sie sich mit Geräten der Küche„bewaffnet“ haben. Trichter als Helm, Rost als Geige, auf der mit einer Pfanne gekratzt wird. Das Leuchten des Metalls fällt hier auf. Der andere Mann beugt seinen Kopf etwas und bläst auf einem Schlüssel wie auf einer Flöte.* L. Es folst jetzt die Mittelgruppe. Hier fällt uns vor allem die Frau auf, beschreiben


