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wenig wie bei Homer in dem vielen Kulturgeschichtlichen, das er bietet. Sie sehen bei diesen Geräten, die wir eben zum Teil nannten, mit welcher Genauigkeit und Liebe der Künstler diese Sachen wiedergegeben hat. — Einige Beispiele werden beschrieben.— Ich weise Sie besonders darauf hin, denn dies ist eine Eigentümlichkeit der germanischen Kunst, diese Liebe zum Kleinen und Kleinsten, nichts ist so unbedeutend, daß der Künstler sich nicht in seinen nblick vertieſte und es dann mit Liebe wieder- gäbe. Beachten Sie auf diesem Blatte von Dürer(es wird vorgezeigt) „Der Heilige Hubertus“, wie die Blätter und Pflanzen und im Hintergrunde das Landschaſtliche wiedergegeben sind. Das Gemälde, das auf unserem Bilde an der Wand hängt, ist nur angedeutet, nicht ausgeführt, warum? Sch.⸗ Es könnte uns vielleicht von der Hauptsache ablenken.-· L.:- Das- selbe finden Sie auch drũben auf dem Bilde von Terborch.(Kat. 289. Kab. 10.) Auf dem Fußboden sehen sie Eierschalen und alle möglichen Geräte, die man da nicht erwarten sollte. Glauben Sie nicht, daß dies damals der ge- wöhnliche Xutbewahrungsort dafür war. Es hat eben damit seine besondere Bewandtnis. Bei der Beantwortung der zweiten Frage werden wir hierauf zurückkommen.
Wir kommen jetzt zu der Betrachtung der Persouen. Wir teilen sie der besseren Ubersicht halber ein, und zwar in welche Teile?- Sch.⸗In eine linke, mittlere und rechte Gruppe.-⸗ L.-Wir bezeichnen auf Gemälden mit links und rechts, was links und rechts vom Beschauer ist. Bei Statuen dagegen, was für die dargestellten Personen selbst links und rechts ist. Wer bildet nun auf unserem Bilde den Mittelpunkt der linken Gruppe?- Sd.⸗ Ein Kind.* L., Beschreiben Sie das Kind genauer, und zwar nach zwei Gesichtspunktten.
1. Was hat es an?
2. Was tut es 5 Sch.⸗ Es hat Schuhe an und lange Strümpfe, über dem Hemd trägt es einen offenen Kittel, auf dem Kopfe eine Art Papierkrone, es steht auf einem Tischchen, eine alte Frau gibt ihm aus einem Glase Wein zu trinken. L., Achten Sie auf die Farbe des Kiftels.„ Sc.⸗ Sie ist gelblich.. L.: In der Nähe finden Sie ähnliche Farben, nennen Sie diese.-Sch.⸗ Die Haare des Kindes, Kleid und Jacke der sitzenden Frau, Korb und Kleid des kleinen Mädchens hinter dem Jungen. ·L.-Wo finden Sie noch ähn⸗ liche Töne von Gelb und Braun? S., Die Hose des Mannes, der vor dem Tisch steht, die Decke, die dieser übergezogen hat, die Jacke der Frau, die hinter dem Tische sitzt, und Teile des Fußbodens.- L.,- Sie sehen hier eine gewisse Farbenzusammenstellung, eine Art Tarbenharmonie von Gelb und Braun in allen möglichen Schaftierungen. Auch die Atmo-


