18
(ouονi, numeri) die Rede ist, wird vielleicht auch„pedem“ zu streichen und zu„heroem: ganz einfach numerum zu supplieren sein. ⁹)
Uebrigens ergänzt und modificiert Cicero noch in einigen Punkten die aristotelische Dar- stellung, indem er erstens der Eigentümlichkeit der lateinischen Sprache gemäsz das, was Ari- stoteles ausschlieszlich vom Jambus gesagt hatte, auch auf den Trochäus überträgt; zweitens aber gegen die Häufung der Jamben und Trochäen in der prosaischen Darstellung das weitere Moment geltend macht, dasz wo diese kleinen Versfüsze zu dicht aufeinanderfolgen, die Ein- schnitte(percussiones) zu merklich sind und die Rede dadurch nicht 60υιοο, sondern(was zu vermeiden ist) ναμεοσσ wird, d. h. es entstehen leicht förmliche Verse, und das ist fehler- haft. Drittens gibt Cicero auch die Grenze an, bis wie weit man im heroischen Rhythmus vorschreiten dürfe, nämlich zwei höchstens drei Versfüsze.*⁰) Viertens endlich fügt noch Ci- cero, ehe er zum vierten, dem päonischen Rhythmus übergeht, die abschlieszende Bemerkung hinzu, dasz die drei genannten Rhythmen, der trochäische, jambische, heroische, für die Periodenanfünge ganz passende Rhythmen seien ¹¹)(während für die Periodenschlüsze nach Aristoteles sich mehr der vierte päonische Rhythmus, und zwar der paeon quartus nach unserer Zählung eigne). Es ist also hier das Wort heroi aus grobem Misverstand in den Text gekommen, indem der Glossator unter den„hi pedes“ fälschlicher Weise entweder die drei Vers- füsze des als Beispiel angeführten Fragments oder die drei oben unrichtig hinzugefügten Vers- füsze, Daktylus, Anapäst und Spondeus verstand.
12.
I 46, 202. Non enim causidicum nescio quem negque proclamalorem aul rabulam hoc sermone nostro conçuirimus, sed eum virum, qui primum sit eius arlis anutistes, cuius cum ipsa natura magnam homini facullalem daret, tamen esse deus pualalur, ut ipsum, quod erat hominis proprium, uon parlam per nos, sed divinitus ad nos delatum videretur.
Noch vor Kurzem ¹) glaubte ich in dieser viel besprochenen Stelle die überlieferte Lesart esse deus so vertheidigen zu können:„der Redner(— sagt Crassus und wählt darum sehr schön das Wort antistes, um zu bezeichnen, dasz er im Dienste eines Gottes stehe, gleichsam als antistes sacrorum artis oratoriae—) soll ein Priester der Kunst sein, die nach allgemeiner Annahme, obgleich der Mensch als solcher schon von Natur die Gabe der Rede vor allen
9) So steht ja auch heroum numerum in der angeführten Stelle. Cic. or. 57, 192. —=84”
10) Hlierzu wird ein Beispiel angeführt:„altac sunt geminae quibus,“ ein Fragment dessen Sinn nicht mehr zu er- mitteln ist, natürlich aus einer prosaischen Schrift, wahrscheinlich einem Geschichtswerke. Vielleicht ist alti sunt gemini zu lesen; daun könnten sich die Worte auf Romulus und Remus und deren Ernährung durch die Wölfin bezichen.
11) Wie dies auch Cic. or. 64, 217 ausdräcklich aussagt: Sed eidem hi tres pedes(der iambus, trochaeus u. dac tylus) male concludunt, si quis eorum il extremo locatus est. Vgl. de or. III 50, 192 ff.
1) Neue Jahrb. für Phil. u. Päd. B. 75. IH. 12. S. 842.


