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andern Geschöpfen besitzt, dennoch auch ihren besonderen Gott hat— nümlich den Mercurius, den facundus nepos Atlantis—, damit eben dies eigenste Gut des Menschen nicht durch unser Verdienst errungen, sondern als von der Gottheit von oben herab zu uns gebracht erscheinen sollte. Aber es lüszt sich bei dieser Erklärung dem schon von Ellendt erhobenen Einwurf, dasz es wenn man esse lese, hernach nicht erat, sondern est, nicht videretur, sondern videatur heiszen miszte, doch nichts recht Stichhaltiges entgegensetzen. Dasselbe Bedenken ist denn auch gegen die Conjecturen derer geltend zu machen, die noch ein Substantivum zu putatur hinzufügen, sei es auctor oder effector oder pater. Sich aber so zu helfen, dasz man, wie Pearce thut, den Sat⸗ suppliert: qui dedit hominibus hanc facultatem, zeigt sich auf den ersten Blick als unstatthaft. Erträglicher wäre noch Ernesti's Vorschlag, putabatur zu lesen, wenn nicht nach dem ganzen Zusammenhange ein praesens verlangt würde, zum Ausdruck einer noch gültigen Annahme; abgeschen davon, dasz man auch da zu ähnlichen Ergänzungen, wie bei Pearce, sich genö- tigt sieht und„erat' in dem Satz quod erat hominis proprium bei dieser Auffassung sehr auf- fallend bleibt. Dies letztere ist auch gegen Madvig's Conjectur invenisse, wie gegen Klotz, der dedisse in den Text gesetzt hat, mit Recht zu erinnern.— Mir scheint es jetzt am zweck- mäszigsten, auf eine Stelle bei Quintilian zurückzugehen. Bei diesem wird nämlich X 7, 14 erwähnt, dasz oftmals die sorgfältigst vorbereitete Rede hinter den in warmer Begeisterung ohne Vorbereitung gesprochenen Worten weit zurückbleibe; eine wunderbare Erscheinung, die er dann selbst so erklärt: nam bene concepti affectus et recentes rerum imagines continuo im- petu feruntur, quae nonnumquam mora stili refrigescunt et dilatae non revertuntur. Ehe er aber diese seine Erklärung angibt, fügt er zu dem angeführten Satz:„‚duod si calor ac spiritus tulit, frequenter accidit, ut successum extemporalem consequi cura non possit“ unmittelbar die Worte hinzu: deum tunc affuisse, cum id evenisset, veteres oratores, ut Cicero dicit, aiebant(oder ut Cicero ait, dictitabant). Damit scheint Quintilian auf unsere Stelle anzuspielen, und ich vermute daher, dasz hier zu lesen ist: tum adfuisse deus pu- tatur. Um die Bezeichnung des Redners als eines antistes zu rechtfertigen weist Crassus auf den allgemeinen Glauben hin, wonach in solchen Momenten, wo die unmittelbare eigene Natur (die bene concepti affectus, wie es bei Quintilian heiszt) dem Menschen eine hohe Befühigung im Reden(cuius etc.) verleihe, die hülfreiche Gegenwart der Gottheit angenommen werde, nach deren Eingebung(wie Sokrates nach der Eingebung seines Dämoniums) der Begeisterte rede. ²) Dann passt Alles, wie mirs scheint, auf das Beste. In dem Satz cum— daret ist daret der bekannte Conjunctiv der unbestimmten Frequenz:„jedesmal wo'; und in dem Relativsatz quod erat hominis proprium bezieht sich das Imperfectum auf die Zeit, wo jedesmal eine solche innere Begeisterung eintritt, während mit dem Indicativ absichtlich das wirkliche Verhältnis dieser Erscheinung angegeben wird. Dasz tamen und tum in den IIs. sehr oft verwechselt wer- den, ist bekannt. Die Angabe von Harless, dasz der Erl. I,(d. h. der Ergänzungscodex von
2) Dazu passt auch das so häufig gebrauchte divinitus, ‚wie durch göttliche Eingchung, oder ‚wie durch ein Wunder-
ge. daher ‚überaus herrlich“ I 7, 26 u. 28; 53, 227. II 2, 7.


