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weil der hier angeführte Grund, weshalb Demosthenes a doctis(von Sachverständigen?) für den ersten Redner gehalten werde, nach dem Lobe, welches ihm Cicero bereits oben§. 35 gespen- det, sehr dürftig erscheine. Aber Cicero gedenkt ja hier des Demosthenes eben nur beiläufig; es handelt sich zunächst um den Redner Antonius, insofern dieser in der elocutio durch die zweckmäszige Anwendung der lumina sententiarum sich auszeichne;— ein Vorzug, um dessentwillen eben von competenten Aesthetikern und Kritikern(denn das sind docki) Demo- sthenes so hochgestellt werde. Daran knüpft denn Cicero(wie öfter, wo sich ihm eine Veran- laszung zu gelegentlicher Belehrung bietet)*) die kurze Bemerkung, dasz gerade diese lumina sententiarum dem Redner vorzugsweise zur Zierde gereichen; es sind die oxμαάια, deren Hauptfunction darin besteht, die Gedanken in ein glänzendes Licht zu stellen. Die griechischen Rhetoren unterschieden bekanntlich zwei Hauptmittel des ornatus, erstens die Tropen oder Figuren und zweitens die oxνιαμακια—*ν) jene berühren zunächst nur die einzel- nen Ausdrücke, diese sind die Glanzpartieen der gesamten Darstellung.***) Die eeνκαmĩἀα-sind nun zwar selbst wieder oeνπνιαυαάαια dαυνοeꝝ oder eννοιν und oeννμμαα 1εεμεααιε †) ihre Hauptbedeu- tung aber liegt in illuminandis sententiis, obwol sie als orationis formae ihre Thätigkeit auch in verbis pingendis beweisen. † †) Diesz ists, worauf hier Cicero aufmerksam macht, ganz gerade so wie in der Parallelstelle Or. 39, 136 sed sententiarum ornamenta maiora sunt(so quam oraltionis lumina, die beide unter den Gesamtbegriff der oνννπα fallen); quibus(setzt er auch hier hinzu) quia frequenlissime Demosthenes ulitur, sunt qui putent idcirco eius eloquentiam magæime esse laudabilem. Diese Stelle aus dem Orator beweist hoffentlich am schlagendsten, das⸗ wir in der angeführten Stelle im Brutus nicht eine ‚überflüszige“ und„wertlose“ Notiz eines In- terpolators, sondern Ciceros eigenste, sehr paszend angebrachte Bemerkung vor uns haben. Noch weniger kann:—
4) Brut. 31, 121 von einer Interpolation die Rede sein. Cicero benutzt auch hier die Ge- legenheit, um sich bei Erwähnung der römischen Redner aus der Zahl der Stoiker, kurz über die geringe Bedeutung der stoischen Philosophie für die Beredsamkeit zu äuszern. Ganz anders
*) Brut. 93, 319 sagt Cicero selbst: hic sermo noster non solum enumerationem oratorum, verum etiam praecepta quaedam desiderat.
**) So gibt Cicero selbst die Einteilung Brut. 17, 69 Ornari orationem Graeci putant, si verborum im- mutationibus utantur, quos appellant r00e et sententiarum orationis que formis, quae vocant 0E ℳαᷣε‿.
***) Brut. 79, 275 erant autem et verborum et sententiarum illa lumina(sc. auszer den vorher er- wähnten Tropen), quae vocant Graeci Oεαηυα, quibus tamquam insignibus in ornatu distinguebatur omnis oratio.
†) Or. 39, 135 sind die lumina orationis angeführt z. B. cum aut duplicantur iteranturque verba aut le- viter commutata ponuntur etc.;§. 136 die sententiarum ornamenta z. B. ut verset saepe multis mo- dis eadem et una in re haereat in eademque commoretur sententia etc. Vgl. de or. III 52, 201 ff.
rt) Wenn Cicero sagt eaque(sc. Gxνιαιασαα) non tam in verbis pingendis habent pondus quam in illu- minandis sententiis, so will er offenbar damit die übliche Unterscheidung zwischen Gxννμμααάτα 14αε u. axijtacero Jdc‿νοta als auch zugleich die Hauptfunction der 0X εαςτα oder ihre höhere Bedeutung als O.X⁴ααα dιωααας bezeichnen.


