Druckschrift 
2 (1862)
Entstehung
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1) in der Stelle Brut. 82, 285 sed quia sunt in Allicis alia alus meliora, videat ne ignoret et gradus et dissimilitudines et rim et varietatem Allicorum die letzten Worte et vim el varielaten, weil von der ris der Attiker hier nicht die Rede sei. Aber vis ist hier in dem ganz gewöhn- lichen Sinn vonBegriflt und Wesen genommen und beide Ausdrücke sind eine notwendige Er- gänzung der unmittelbar vorausgehenden Worte: die Pseudo-Attiker, die immer mit ihrem ploszen attisch' kommen, sollten doch vor allem bedenken, dasz es unter den Attikern Grad- unterschiede und sehr von einander abweichende Richtungen(gradus et dissimilitudines) gibt; dasz es also notwendig ist, sich ebenso den wesentlichen(in den verschiedenen Stufen sich ausprägenden) Gesamtcharakter als die(in den besonderen, von einander abweichenden Eigentümlichkeiten der einzelnen Redner hervortretende) Mannigfaltigkeit derselben(vim el rarietalem) klar zu machen. Erst damit dasz zu gradus das ihm entsprechende vim, wie zu dissimilitudines das ihm entsprechende rarietatem hinzutritt, wird der Gedanke, wie das Ciceros Art ist, in seiner ganzen Vollständigkeit ausgedrückt;

2) die ganze Stelle Brut. 82, 285 83, 287 von den Worten: in quo illud elium quuero bis et aliorum, weil von den da genannten Rednern theils zu wenig, theils zu viel gesagt werde: zu wenig von Demochares, insofern nicht angegeben sei, wessen Nachahmer er gewe- sen, zu viel von den übrigen; es wäre bei Demetrius genug, ihn als horidior, quam Hgyperides, quam Lusias zu charakterisieren, die hinzugefügte Bemerkung: natura quaedam aut roluntas ita dicendi fuit sei ganz überflüszig. Ebenso genüge bei Charisius die Angabe, dasz er dem Lysias nachstrebe, die Notiz, dasz er multarum oralionum gewesen, quas scribebat ullis könne entbehrt werden. Ferner sei bei Hegesias das tadelnde Urteil auffällig, da bisher nur von dem Unter- schied unter guten Rednern die Rede gewesen. Endlich stünden die folgenden Worte: All- corum similes esse volumus elc. ohne alle Anknüpſung als leere Wiederholung da(et aliorum sei sogar völlig unsinnig) und was die einzelnen Ausdrücke betreffe; so gehöre ‚est foridior einem späteren Zeitalter an, und ‚eæ illius oralionibus redolere ipsae Alhenae videntur« lasze sich schwer- lich rechtfertigen; lauter Einwürfe, die gewis nicht erhoben wären, wenn man sich den gan- zen Zusammenhang und die besondere Absicht des Schriftstellers genau vergegenwärtigt hätte. Cicero drängt die Pseudo-Attiker mit ihrem abstracten Betonen des Attischen in die Enge. Wo liegt denn die Grenze, fragt er, für das, was ihr attisch nennt? Demetrius von Phaleros ist auch ein Attiker, ja Attiker ²ur esor, insofern uns in seinen Reden die Sprache Athens selbst, der Mutterstadt des Attischen entgegentritt. Aber wie reimt sich sein blühender Stil eine Folge seines etwas feurigen Temperaments oder auch absichtlicher Wahl mit euerer ieiunilas? Also müszt ihr einen entschiedenen, prononcierten Attiker ausnehmen seid also nicht attisch. Doch Cicero bedrängt die modernen Pseudo-Attiker noch weiter: Um die- selbe Zeit lebten Charisius und Demochares, unter sich ganz ungleich, aber doch unleugbar Attiker; Charisius nicht sowohl praktischer Redner, als Verfaszer von zalreichen Reden, die er für andere schrieb, mit dem Bestreben, dem Lysias nachzuahmen, Demochares, Ver- faszer nur weniger Reden und mehr Geschichtschreiber in rhetorischer Manier: welcher von beiden soll nun euer Vorbild sein; denn für einen müszt ihr euch doch entscheiden; mit