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aber liegt sicherlich darin, dasz wir an unserer Stelle offenbar eine absichtlich angebrachte Erinnerung an das Wort finden, das einst Molo über Cicero gesprochen hatte: αε ⁴α— sagte Molo nach Plutarch vil. Cic. 4 zu Cicero— ³ Ki⁴εεμωυν επαμιένια νœ%ννααας, i dε EIAd⁴ Olæretòνν υνν τμνπνν 6‿m& ⁴να τιντεαάαννννμ πάαteπαεο zul³ τανντ ον⁴αoς d³ ασι r908- Peydεεεeνα α⁶eieν εα 10„νv. Die einzuschiebenden Worte per te wären nichts als die Ueber- setzung dieses griechischen dι σοσι.
3.
Oſt aber hat ein solcher Ausfall eines Wortes noch eine weitere Störung des Textes zur Folge, wie diesz unter anderen Bruf. 12, 46 der Fall gewesen zu sein scheint. Cicero spricht von den ersten Anfängen der rhetorischen Theorie und beruft sich in dieser Beziehung auf das Zeugnis des Aristoteles in dessen zeνναν αυνακ̈ναων Ilague ait Aristoteles, cum sublatis in Sicilia lyrannis res privatae longo intervallo iudiciis repeterenlur, tum primum, quod esset acuta illa gens et controversi a natura artem et praecepla Siculos Coracem et Tisiam conscripsisse. So steht die Stelle in den Handschriften(controversia natura, controversi a natura). Die Herausge- ber haben alle in den Worten ein weiteres Attribut zu gens gesucht und daher entweder lesen wollen: controversa natura(— so Meyer, Orelli und Ellendt, die beiden letzteren jedoch mit dem Zeichen der Athetese—), oder controversiis nala(— so Schütz nach Jacobs—), oder wie der neueste Herausgeber O. Jahn controrersiae nata. Allein gegen die zuerst erwähnte Lesart controversa natura hat schon Bernhardy mit Recht geltend gemacht, sowol dasz controversa in diesem activen Sinne:„von streitsüchtigem Wesen“ oder„streitsüchtig von Natur“ nicht vorkom- me, als auch, dasz die Sicilier wol als witzig, launisch und sarkastisch, aber keineswegs als process- und händelsücht:g geschildert würden. Dieser Einwurf gilt denn auch gegen die an- dere Conjectur: für Streitigkeiten oder für Streit geschaffen“, abgesehen davon, dasz ein sol- cher Ausdruck ohne ein quasi oder ut ita dicam von Cicero sicher nicht gebraucht worden würe. Dazu kommt noch, dasz diese Bezeichnung zur Erklärung der Entstehungsgründe der rheto- rischen Theorie als solcher nichts erhebliches beitragen würde.*) Das ist aber hier gerade die Absicht, auszer der Thatsache, dasz die Ursprünge der Redekunst als solcher in fried- liche Zeiten fallen(cum lgrannis sublatis res privatae repeterentur), daneben noch speciell die Umstände anzugeben, durch welche zuerst die Aufstellung einer rhetorischen 16. ½y veranlaszt sei. Das Entstehen dieser Rhetorik— so berichtet Cicero aus Aristoteles— erklärt sich sowol aus
*) In soweit hat Kayser N. Jahrb. für Philologie ete. B. 79 H. 12 S. 848 ganz reeht, wenn er sagt: ‚Der Zusammenhang ist der: friedliche Zeiten brachten die Uebung der Beredsamkeit hervor, was denn zu theoretischen Unterweisungen des Korax und Tisias führte; mit diesen Lehrhüchern ist der scharfsinnige und händelsüchtige(?) Geist der Sicilianer in keine natürliche Ver- bindung zusetzen; aber darum gleich zu dem Radicalmittel zu greifen und den ganzen Zwischen- satz quod esset bis natura für ein späteres Einschiebsel zu halten, ist doch wol schwerlich gerechtfertigt.


