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Die dritte Classe von Stellen, die der Emendation bedürfen, bilden diejenigen, an denen sich eins oder mehrere Wörter in den Handschriften verunstaltet vorſinden. Dahin gehört vor allen noch immer 66, 234 Cu. autem Lentulus multo maiorem opinionem dicendi ao- tione faciebal quam quanta in eo facultas erat, qui cum esset nec peracutus, quam quam el e; ſacie el ex vultu videbalur, nec abundans verbis, elsi falleba! in eo ipso, sic intervallis exclamatisnibus, voce suavi et canora, admirando irridebat calebat in agendo, ut ea qguae deerant non desiderarentur. Ila, tam- quam Curio copia nonnulla verborum, nullo alio bono, tenuit oratorum locum, sic Lentulus ceterarum virlutum mediocritatem actione occultavit, in qua eg- cellens fuil. Selbst der neueste Herausgeber ist von der Lesart, die er früher aufgenommen hatte, in der zweiten Auflage des Brutus wieder abgegangen und hat sich darauf beschränkt. die Worte so sinnlos wie sie in den Handschriften stehen„admirando irridebat calebat in agendo“- einſach wiederzugeben; eine Anomalie, die in dem an so vielen Stellen gereinigten und ver- beszerten Texte nicht wenig auffallen musz. Es ist bekannt, wie vielfache Versuche schon ge- macht sind, die richtige Lesart wiederherzustellen. Lambin vermutete: admirando, irridendo latebat in agendo, wogegen schon Ellendt mit Recht bemerkt, dasz von einem latere des Lentu- lus hier nicht die Rede seiu könne. Ernesti, der hinsichtlich der beiden ersten Worte ad- mirando irridendo Lambin beistimmte, wollte daher lieber valebat in agendo schreiben, worin er theilweise auf der richtigen Spur war.*) Schütz schlug vor: admirantes irreliebat et sic calebat in agendo. So auch Waardenburg mit Auslaszung des Zusatzes„et sich, wofür Jahn(in der ersten Auflage seiner Ausgabe) wenigstens ita gesetzt haben wollte, während Orelli nach irreliebat statt calebat„capiebatgues folgen liessz. Buttmann vermutete: admirando irridendo splendebat, calebat in agendo, Meyer: admodum arridebat callebalque in agendo, Ellendt end- lich: admirandum in modum calebat in agendo. Diese letztere Conjectur hat wenigstens das für sich, dasz damit die unstatthaften Worte admirando und irridendo entfernt sind, aber calebat paszt auch nicht und die Erklärung, wie die handschriftliche Lesart habe entstehen können, ist Ellendt schuldig geblieben, denn dasz aus in modum leicht irridendo habe werden können, wird er schwerlich Jemanden einreden.— Cn. Lentulus, heiszt es, wuszte durch einen blendenden Vortrag seine sonstigen oratorischen Schwächen zu verdecken; man hielt ihn für einen beszern Redner, als er wirklich war. Dieser vorausgeschickte allgemeine Satz wird denn gleich im Ein- zelnen näher erläutert: während er weder in der inventio(denn darauf bezieht sich eigentlich peracutus**) noch in der elocutio besonders stark war(obwol er sich den Anschein gab, als wäre
*) So hinsichtlich valebat auch Kayser; was aber seine weitere Vermutung angeht: admiranda dignitate ralebat in agendo, so möchte sich eine solche Ausdrucksweise schwerlich durch ein entsprechendes oder analoges Beispiel begründen laszen; die Stellen Brut. 66, 235 u. Or. 17, 56 sind doch ganz anderer Art.
**) Vgl. Brut. 39, 145 peracutus ad ercogitandum; 55, 202 inreniebat acute Cotta; 62, 221 acutior O. Varius rebus inveniendis; 63, 227 rem videbat acute(9, 35); 68, 239 minime tardus in excogitando— multo etiam acutior
quam erat videbatur.
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