Druckschrift 
[1] (1860)
Entstehung
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ditorum popularem turbulentamgue dementiam a senatu et a bonorum causa zfeteril constanltius. Dann folgt in den Handschriften: quam eius actionem multum Vamen el splendida et grandis et eadem inprimis facela et perurbana commen- dabal oralio. Mit Recht hat O. Jahn hieran Anstosz genommen; denn so können sich die Worte unmöglich an das Vorausgehende angeschloszen haben. Entweder meint daher Jahn ist hier einiges ausgefallen, was zur näheren Characteristik des Cälius als Redner diente, oder es steckt vielleicht in quam ein Beiwort, welches seine actio näher bezeichnete. Ich glaube: weder das eine, noch das andere, sondern die Stelle ist vielmehr so zu emendieren: Ouam- Dquam eum aclio non multum, multum ttamen et splendida et grandis et eadem in primis ſacela el perurbana commendabat orutio:wiewol sein Vortrag ihn nicht sehr empfahl, wie Cälius diesz selbst fühlen mochte, wenn er nach Ouint. XI 1, 51in defensione causae, qua reus de vi fuit sich äuszert:ne cui vestrum alque etiam omnium, qui ad rem agen- dam adsunt, meus aut vultus molesltior aut vox immoderatior alicua aut denique, quod minimum est, iactanlior geslus fuisse videuture viel Gewinnendes dagegen hatte sein glänzender, er- habener und dabei zugleich geistreicher und überaus eleganter Stil'(Quint. X 1, 115 Multum ingenüu in Cuelio et praecipue in accusando multa urbanitas, dignusque vir cui e mens melior et vita longior conligissel). Insoſern steht Cälius in geradem Gegensatz zu dem früher 66, 234 erwähn- ten Cn. Lentulus, dermulto maiorem opinionem dicendi aclione faciebat, quam quanta in eo fa- cultas erat undceterarum virtutum dicendi mediocritatem actione occultavit. Was die Form des Ausdrucks betrifft non multum, multum tamen so ist die Wiederholung desselben Worts im(positi- ven) Gegensatz ähnlich in der Stelle 44. 162 non breres ut laudatio, ut oratio autem brevis. Wie leicht übrigens die vorgeschlagene Aenderung ist, brauche ich ja wol nur anzudeuten. War einmal aus Versehen quam statt quamguam geschrieben(was um so eher geschehen konnte, wenn etwa quam quam getrennt stand oder über quam nur ein Strich die Verdoppelung anzeigte:*) so er- gab sich damit die Aenderung in actionem und dazu muszte der Genitiv gesetzt, also eum in eius geändert werden. Der Wegfall von non mullum vor multum erklärt sich von selbst.**) Die Stelle 68, 240 aber, auf die man sich zu Vertheidigung der Lesart aclionem commendabat oratio berufen künnte:Huius(sc. O. Pompeüu) aclio non salis commendabat orationem; in hac enim salis erat copiae, in illa aulem leporis parum, beweist näher betrachtet gegen unsere Emen- dation nichts. Dort nämlich ist die negative Form des Ausdrucks ganz an ihrer Stelle:der etwas nüchterne, unlebendige Vortrag gereichte seiner ziemlich geläufigen frischen stilistischen Darstellung nicht eben zur Empfehlung(bei den Zuhörern); die Trockenheit seiner actio schmä- lerte den Beifall oder die Anerkennung, den seine oratio an sich wol verdient hätte. Aber ist darum hier eine solche Wendung angemeszen:seiner gar nicht ansprechenden, vielmehr eher

*) Ganz ebenso z. B. ist de leg. I 4, 14 aus dem ursprünglichen quamquam in den Handschriften quam ge- worden.

*r) Aehnlich ist 82, 285(worauf Professor Fleckeisen aufmerksam gemacht hat) vor alia das Wort aliis aus- gefallen und demnach nunmehr zu lesen: sed quia sunt in Atticis aliis alia meliora u. s. w.