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Verhältnisse der Gegenwart mit einstimme, die eine der von Cicero hervorgehobenen Folgen sei für ihn so schmerzlich gerade nicht; ihm gewähre die Beredsamkeit an und für sich, nicht um des erwarteten Nutzens willen Genusz; denn das Studium der Beredsamkeit bestehe nicht in der Erwerbung blosz formellen technischen Wiszens, sondern viel mehr in der Erwerbung um- faszender tüchtiger Sachkenntnis, die mam überall brauchen könne. Diese Bedeutung des oratorischen Studiums war es aber gerade, die Cicero stets und ganz besonders in seinen Büchern de orutore einer mechanischen oder banausischen Auffaszung gegenüber geltend gemacht hatte. Erst da- durch war das Studium der Beredsamkeit auf die rechte Höhe erhoben und ihm eine bleibende Bedeutung gesichert. Die Erkenntnis dieses Ziels durch sorgfältige und eifrige Unterweisung zu fördern und so zur Erreichung desselben anzutreiben, war sein eifrigstes Bemühen. Ich ver- mute daher, dasz die Stelle mit Beziehung auf diese verdienstvolle Thätigkeit Ciceros so zu emendieren ist: quod mihi nulla res eripiet te prueserlim lam studioso et diligenti dicendi mau- gis tro. Dicere enim bene elc. Dann beziehen sich ganz paszend auf die beiden vorausgehen- den Substantiva studium und ewercitatio(wie das in solchen Fällen bei Cicero fast Regel ist)- hier wieder zwei entsprechende Adjectiva: studiosus und diligens:„von dem studium und der exercitatio dicendi werde ich mich durch nichts, auch nicht durch die Ungunst der politischen Verhältnisse, abbringen laszen, zumal du durch deine unermüdliche und sorgfältige Unterwei- sung und Aufmunterung sowol das studium als die ewercitatio immer von Neuem weckst und stärkst.“— Der Ausfall der Worte diligenti dicendi magistro(von denen das letzte noch dazu oft abgekürzt geschrieben wurde) erklärt sich leicht dadurch, dasz der Abschreiber, wie das so äuszerst häufig vorgekommen ist, nach et zwar richtig mit der Silbe fortfuhr, aber darnach aus Versehen die nächsten Silben von dem gleich anlautenden, vielleicht im Anfang der Reihe stehenden dcere hinzufügte und somit drei Worte übersprang.*)— Dasz es übrigens Cicero liebt mit studium, studiosus, studiose ein synonymes Substantiv. Adjectiv, Adverb zu verbinden, beweisen Stellen wie Brut. 78. 272 studio autem neminem nec industria muiore cognori; Acad. II 31, 98 valde studiosus ac diligens; Brut. 22, 86 se-sfudiose accurateque fecisse; 42. 156 auidivi enim nuper eum studiose et frequenter; ad Alt. XVI A, 7 ego quae te velle quaeque ud te pertinere arbitrabor studiose diligenter que curabo.
2.
Eine dritte Stelle, die durch Wiedereinfügung eines ausgefallenen Wortes zu emendieren sein wird, ist 79, 273. Zur Schilderung des M. Caelius Rufus bemerkt Cicero: Oui quamdi u auctoritati meae paruit, talis tribunus plebis fuit, ul nemo contra cirium per-
*²) Ganz ähnliche Beispiele hat neuerdings J. Vahlen in seinen kritischen Bemerkungen zu Cicero de legibus in der Zeitschrift für die österr. Gymn. XI. 1 S. 9 ff. angeführt. So ist de legg. III 13, 30 zu lesen prae fteriero. Cae] teris; II 2, 5 unam natu Irae alte] ram civitatis und in demselben Capitel ubi na Iti et illam qua ercep] ti sumus, wo allemal das Eingeklammerte aus keinem andern Grunde ausgefallen ist, als weil der Abschreiber vom ersten ter, rae, ti auf das andere übersprang.
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