7
earum concursalio, quam diligens cum obriis quuedam conlocalio algue per- contatio!) Gemeint ist zunächst an unserer Stelle, wie sich unmittelbar aus den nachfol- genden Worten ergibt, die contenlio ae concursalio eius, cui accidit, ut numerarelur inler prin- cipes et optimos orafores. Während ein mittelmäsziger Sachwalter, dem hier und da die Füh- rung eines bedeutenden Processes zufällt, von der Arbeit nicht eben erdrückt wird, hat ein patronus, der in dem Renommée steht, der erste in der Stadt zu sein, vollauf zu thun: alle wollen allein von ihm ihre Sache vertheidigt haben; jeder einigermaszen schwierige Prozess wird an ihn gebracht, als den einzigen, der befühigt ist, ihn glücklich zu führen. Benei- denswert ist also eine so hervorragende Stellung gerade nicht; auf einen ruhigen, ungestörten Lebensgenusz wenigstens wird der, welcher sie einnimmt, so ziemlich verzichten müszen; es ist ein mühsames Ding, die fortwährende Anstrengung, das ewige Hin- und Herlaufen, das einen nie zur Ruhe kommen läszt. Dennoch, bekennt Cicero, ist es ein glücklicheres Losz. wie ein Crassus oder Hortensius unter die ersten, als zur turba palronorum gerechnet zu werden. Numerari in multis ist also dasselbe, was kurz vorher mit numerari in vulgo palronorum ausge- drückt wird(— formell ähnlich ist 32, 123 numera me in plerisque). Dem steht dann ut numerater unus entgegen. Allerdings hat dieser Ausdruck etwas ungewöhnliches; aber erstens fehlt es doch nicht an analogen Beispielen, wie in unserem Brut 62, 221 is non satis acutus orafor, sed jamen orator numeratus est; 89, 305 reliqui, qui lum principes numerabantur; 91, 316; ferner un- serer Stelle noch entsprechender Verr. II 70, 169 fs— in eam iam veneral familiaritalem con- sueltudinemgue in vendendis eius decretis— ut prope alter Timarchides numerar elu. Sodann wird das etwa Auffallende wieder durch den Gegensatz gehoben: in mullis„ich will lieber für den einzigen gelten, als zu dem groszen Haufen gerechnet werden.“ Einen ähnlichen Gedan- ken, wenn auch in anderer Beziehung, ſinden wir 73. 256 f. ausgesprochen, wo Cicero die Be- hauptung aufstellt: multo magnus oralor praestat minulis imperaloribus und dem Einwurf: t pro- dest plus imperator mit den Worten begegnet: credo, sed Atheniensium quoque plus interf uil, ſirma lecta in domiciliis habere, quam Minervae signtuim exr ebore pulcherrimum; tamen ego me Phidiam esse mallem, quam rel oplim um fabrum tignarium. Ouare non quanltam quisque prosit, sed quanli quisque sil ponderandum est, praeserlim cum pauci pingere egregie possint aut fingere, operarii aulem aut buiuli deesse non possint. Drittens endlich scheint mir Cicero absichtlich das blosze unus statt ex oplimis(oratoribus) unus oder in primis oder inler principes gewühlt zu haben, weil er zugleich noch einen andern Sinn in die Worte gelegt wiszen wollte.
Zuvörderst freilich sollen die Worte in ihrem allernächsten Zusammenhang die Ermahnung an Brutus bekräftigen, vor allem darnach zu trachten, dasz sein Name in der Geschichte der Beredsamkeit nicht der groszen Zahl mittelmäsziger Redner beigefügt werde, sondern sich viel- mehr den wenigen Meistern und Sternen erster Grösze rühmlich anreihe. Auf ihm ruht ja die Hoffnung der Zukunſt; und wenn ihn auch jetzt die unglücklichen politischen Verhältnisse in zeiner Laufbahn aufhalten: vielleicht kommen wieder glücklichere Zeiten. Darum soll sich Bru- tus durch die gegenwärtigen traurigen Zustände nicht bewegen laszen, den höheren wiszenschaft-


