6
Umfang und innere Gang des zu Ende eilenden Epilogs, als auch zum Theil wenigstens die noch dastehenden Reste selbst zeigen deutlich genug an, dasz auf das„nihil dico aumplius, antum dico“ nur noch einige wenige Worte haben folgen können. Es läszt sich in dieser Be- ziehung mit unserer Stelle ganz paszend Cic. de or. I 54, 233 a. E. vergleichen, wo Antonius am Schlusz eines Theils seiner Erwiderung mit ein paar Worten das einschärft, was er aus Beiner ganzen Demonstration gleichsam als den Kern derselben festgehalten haben vill: „Ouibuscum(nämlich mit den Philosophen) ego non nugno, ulrum(ob Redekunst oder Philoso- phie) melitis dul verins; lantum dico et aliud illud esse ulqu hoc, et hoc sine illo summiunn esse p0sSe.“
So darf man es also schon eher wagen, den vorhandenen Spuren nachzugehen und durch begründete Vermutung die Ergänzung des Fehlenden zu versuchen. Als ein solcher Versuch nun, den Sinn der Schluszworte zu erforschen, sowol die noch daliegenden Steine zu ihrem ursprünglichen Zusammenhang wieder in einander zu fügen, als auch die bisher vermiszten unentbehrlichen Stücke damit zu verbinden, will die nachfolgende Erörterung angesehen sein. Es ist, wenn ich recht vermute. die Schluszstelle also zu lesen:„Nihil dico amplius, tan- tum dico, elsi operosa es! contentio ac concursalio, lamen magis opporlun um fore, si mihi ac⁴ι i, ut numerarer unus, quam ut numeraren in multis.“ Was zuerst die einzelnen Ausdrücke betrifft: so darf nihil dico amplius nicht etwa in dem Sinn genommen werden:„nun weiter nichts mehr d. h. damit will ich schlieszen,“ So dasz damit, wie Jahn meint, nur das„ ego,“ was eigentlich auf Hortensius folgen sollte, verdeckt würde; das verbietet schon die Zusammenstellung mit lantum dico. Es ist vielmehr eine Art Verwahrungs- ſormel wie p. Planc. c. 7, 4 Si, quod equilis Romuni filius est, inferior esse debuit: omnes lecum equitum Romanorum filti peliverunt. Vihit dico amplius, hoc lanltum(al. lamen) miror, cur huie polissimum iruscare, qui longissime a le afuit;— genau genommen nur die negative Form für das gleich folgende positiv beschränkende tantum dico„weiter will ich jedoch damit nichts gesagt haben, nur das sage(meine) ich.“ Der vorausgehenden Darstellung gegenüber, in der Cicero auszer den zuletzt genannten doch noch gar manche andere beachtenswerte Red- ner aufgeführt hatte, musz er sich gewissermaszen verwahren, als solle mit der Bemerkung. dasz es in jeder Periode der römischen Beredsamkeit nur eins bis zwei ausgezeichnete Redner gegeben habe. allen andern die gerechte Anerkennung versagt werden: er will mit der Ilin- weisung auf diese Thatsache hauptsächlich nichts weiter sagen, es gilt ihm bei der Gegenüber- stellung von der maior pars orafotum und den wenigen orafores laudabiles nur darum, mit seinem letzten Wort:„Heszer unter diesen, als in jener Mehrzahl, beszer obenan und an der Spitze, als in dem groszen Haufen“ einen sehr bedeutsamen Wink zu geben.— Contentio ac concursa- „ ſerner bezeichnen hier, wie in der oben aus Cic. ad. Fam. I 1, 3 angeführten Stelle, die unermüdliche Thätigkeit und Rührigkeit, die sich keinen Gang. keine Besprechung und Bera- tung verdrieszen läszt, um den gewünschten Zweck zu erreichen.(Vgl. Plin. nat. hist. II 30 (36) iam in opere qui labor— nämlich formicarum— quae sedulilas! et quonium eæ direrso convehunt alfera alterius ignara, cerli dies ad recognitionem mutuam nundiuis dautur; quae lune


