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2 (1893)
Entstehung
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Homerische Blätter, II. Lexilogische, kritische und exegetische Beiträge zu Homer.

Vorbemerkung. Nachdem eine von anderer Seite erwartete Abhandlung als wissen- schaftliche Beigabe zu den Schulnachrichten unserer Anstalt ausgeblieben ist, habe ich mich in letzter Stunde noch selbst dazu entschlossen, für den gleichen Zweck die nachfolgenden Blätter fertig zu stellen. Dieser Umstand möge den geringeren Umfang dieser zweiten Folge derHomeri- schen Blätter(die erste erschien 1891 auch als Progr.-Abhandlung) entschuldigen, wenn es dafür einer Entschuldigung bedarf. Finden sie Anklang und ist mir Zeit und Muſse zur Aus arbeitung gegönnt, so sollen noch weitere nachfolgen; an mancherlei Stoff dazu fehlt es nicht.

I. Anakoluthien bei Homer.

1. Die Worte Z 511(= 0 268;: 6 d yaανρρ πμιια α Olu†α ð oıα qéet erd eœα 2d νον νμνιω muten uns zu eine Anakoluthie anzunehmen, für welche jeder vernünftige Grund fehlt, und die um so weniger glaublich ist, als schon Zenodot durch Umstellung zweier Buchstaben das Richtige hergestellt hat, indem er schrieb O6 ισꝙνονἀoννα †ε̈οe.

Sind auch wohl ohne Zweifel im Buche O die gleichen 4 Verse 2658 mit Aristarch zu verwerfen, da Homer ausgeführte Gleichnisse nicht zu wiederholen pflegt daher auch die Verse II 482 6= N 38993 mit Recht anzufechten sein dürften, so zeigt doch 0 269 ς μημι☚ι 1Aα α νsναι ει‿α dden Weg für die richtige Auffassung der gleichwertigen Worte ôiu†ς εd ννα*ραἀμεε, wie es an dieser Stelle schon darum notwendig heilſsen müſste, damit der Vergleich als solcher Bestand habe und keine empfindliche Störung erleide. Man kann Horaz Carm. II 12, 17 Quam nec ferre pedem dedecuit choris oder Ovid. Metam. VI 275 mediam tulerat gressus resupina per urbem passend vergleichen. Es ist eben ein grolser Unterschied der Vorstellung, ob ich sagepedes(gressus) fero oderpedes me ferunt, éiıνιαα& νννα φέ̃οει oder ε oννα ρoεt.

Aber auch wenn die betr. Worte nur an der ersten Stelle Z 511 zu belassen sind, so ist daselbst die Anderung bezw. die Lesart Zenodots dennoch nötig, nicht so fast um die Anakoluthie zu beseitigen, als vielmehr um dem Dichter gerecht zu werden. Beim Ausmalen des Bildes be-

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