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überdieß mit einer Lieferung von 14,000 Pfunden Brot, 100 Vierteln Korn, 100 Vierteln Hafer und 200 Reichsthalern an baarem Geld ³⁷). Während nun Baner weiter nördlich ging, führte der Oberſt Reinhold von Roſen mit der ſogenannten weimariſchen Armee einen kühnen Parteigängerkrieg in der Wetterau, ward aber von der Uebermacht des Feindes zurückgedrängt und zog ſich bis unter die Wälle von Ziegenhain. Hier griffen ihn 24 kaiſerliche Schwadronen unter Breda und Gil de Haſi an, doch ohne Erfolg; ſie wurden auf Neukirchen zurückgeworfen und dann bei Riebelsdorf von den Heſſen und Weimaranern ſo entſcheidend geſchlagen, daß ſie mit Zurücklaſſung von 550 Todten und 600 Gefangenen in voller Unordnung bis Schrecksbach flohen, daſelbſt die Schwalm durchritten und ſeitwärts bogen, um bei Neuſtadt ſich unter Mercy's Fahnen zu ſammeln. Breda war getödtet, Gil de Haſi verwundet. Roſen ging von Schrecksbach nach Alsfeld vor, beſetzte die Stadt und zwang ſie, ſeine 5000 Reiter drei Wochen lang zu verpflegen 3s).
4 Nach Roſen's Abmarſch folgten einige Jahre der Ruhe, und Georg II wußte ſich im Januar 1643 von dem ſchwediſchen Feldherrn Torſtenſon ſogar einen Schutzbrief für ſeine geſammten Lande zu erwirken ³⁰). Die Wirkungen desſelben waren jedoch nicht von langer Dauer. Verhandlungen, die mit Königsmark durch darmſtädtiſche Abgeſandte im Februar zu Alsfeld gepflogen wurden, zerſchlugen ſich, und ſchon am 23. Mai rückte dieſer General mit ſechs Regimentern heran, die er theils um Alsfeld, theils um Kirchhain einlagerte; Alsfeld ſelbſt erhielt hierbei ein Regiment Heſſen unter dem Oberſten Rochau auf vierzehn Tage zu unterhalten, bis es ſich mit 17,000 Thalern loskaufte 40). Dem ſchwediſchen General mußte der Landgraf unter dem Namen von Brandſchatzungs⸗, Werbe⸗ und Verpflegungsgeldern einen ſtarken Tribut verheißen ⁴¹). Alsfeld war ausgeſogen; hätte die Einquartierung noch acht Tage länger gedauert, ſo war, wie der Rentmeiſter Sältzer dem Landgrafen meldete, die Mehrzahl der Ein⸗ wohner entſchloſſen, ihre Stadt zu verlaſſen,„geſtalt dann— ſo ſchreibt der Beamte— unterſchiedene Bürger ihr Unvermögen und daß ſie die Laſt nicht länger ertragen könnten, geſtern Abend mir klagend zu erkennen geben und ſich ausdrücklich reſolvirt, ihr übriges Armuth vollends in die Schanz zu ſchlagen und ſich davon zu machen“ ⁴³). Zum Schrecken der Bewohner kam nun Rochau ſchon am dritten Tage wieder zurück; Scheuern und Stuben ſtanden wieder voll von Pferden, kein Fuder Bier war in der Stadt zu finden. Der Oberſt begriff ſeine und der Quartierträger Lage und ſchickte Reiter auf die Dörfer, um dort Lebensmittel aufzutreiben 43). So ſah es einen ganzen Monat vor der Ernte mit den Vorräthen aus, mit dem baaren Gelde aber ſtand es nicht beſſer. Der Königsmarkſche Tribut ging ſehr langſam ein; noch im September ſetzte die Regierung dem Rentmeiſter eine Strafe von 100 Ducaten an, wenn er nicht die rückſtändigen Poſten eintriebe 44).
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²²) Chorographie S. 174, wo aber das Datum unrichtig iſt. Happel's Predigt. Baner's Erlaß vom 28. Juni „im Felde bei Alsfeld“(im Staatsarchid)
³s) December 1640. Happel's Predigt. Chorographie S. 174.
*) Datirt: im Lager vor Freiberg, den 17. Jan. 1643. Beglaubigte Abſchrift im Landgerichtsarchiv zu A. ⁴⁰) Acten vom 6. Juni im Landgerichtsarchiv.
¹¹) Rommel VIII, 651.
⁴²) Bericht an den Landgrafen, 6. Juni 1643(im Landgerichtsarchiv).
⁴3) Sältzer an den Landgrafen, 8. Juni(ebendaſ.).
⁴4) Sältzer an die Regierung zu Gießen, 11. September(ebendaſ.).


