Druckschrift 
Fortsetzung und Schluß (1862)
Entstehung
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unentgeltlich. Ein geweſener Inſaſſe desſelben, der ſpäter in guten Verhältniſſen zu Lauterbach lebte, Stamm Volkmar, vermachte dankbar vor ſeinem 1661 erfolgten Tode ſeine Capitalien und Häuſer, im Betrag von 2630 Gulden, dem Hoſpital; ſeine liegenden Güter aber, die ſpäter für 2019 Gulden verkauft wurden, beſtimmte er zur Dotation des wiederherzuſtellenden Gottesdienſtes in der Auguſtiner⸗ kirche, die ſeit der Reformation ungebraucht und verwüſtet dageſtanden hatte. Da die Lauterbacher wegen dieſes Vermächtniſſes einen Groll auf Volkmar geworfen hatten, ſo wurde nach deſſen Willen die Leiche nach Alsfeld gebracht und daſelbſt auf das Feierlichſte beerdigt. Die Erbſchaft aber ging, weil auch einige Inteſtaterben Anſprüche erhoben, erſt nach Jahresfriſt in den vollen Beſitz des Hoſpitals und der Auguſtinerkirche über. Sofort ſchritt man nun zur baulichen Herſtellung der letzteren, und das Werk ward aus ſtädtiſchen Mitteln, aus dem Ertrage von Collecten und durch die thätige Unterſtützung des Landgrafen ſelbſt ſo raſch gefördert, daß ſchon am 19. Junius 1664 die mittelalterliche Kloſterkirche als nunmehrige Kirche zur heiligen Dreifaltigkeit mit großen Feſtlichkeiten dem proteſtantiſchen Cultus über⸗ geben werden konnte. Die Präſentation des Predigers wurde vom Landgrafen nach Volkmar's Beſtimmung dem Stadtrath übertragen 3³¹).

Landgraf Philipp hat Alsfeld mehrmals beſucht. Dort hielt er unter Anderm jene merkwürdige Verſammlung, in welcher er ſich der Treue des Adels und der Städte verſicherte, um dann gegen Hersfeld und Fulda zur Niederwerfung des Bauernaufſtandes aufzubrechen(1525). Auch zu Anfang des folgenden Jahrs verweilte er wieder daſelbſt ³2). Unter ſeiner Regierung bewährte ſich, wie unter Heinrich dem Eiſernen und Hermann dem Gelehrten, der Wohlſtand und die Thätigkeit der Bürger durch eine rege Luſt an Bauten für öffentliche Zwecke. Im Jahre 1508 wurde die Schwalmbrücke und ein neues Schulhaus, 1512 das Rathhaus, 1538 das Weinhaus, 1541 ein Anbau am Pfarrhauſe, 1552 die große Orgel in der Stadtkirche, 1564 das Hochzeithaus gebaut. Daß Philipp die Marktrechte der Stadt ſehr erweiterte, iſt oben bemerkt worden. Auf der andern Seite ward ihm aber auch die Stadt neben den ſchon aus früherer Zeit überkommenen Verbindlichkeiten Mitbürge für ein Capital von 40,000 Gulden, das er von dem Herzog Chriſtoph von Württemberg entliehen hatte ³3).

Sehr wenig bekannt iſt die Thatſache, daß Philipp nach dem Bauernkrieg im ganzen Lande ſich nochmals hat huldigen laſſen. Rommel hat hierüber im Staatsarchiv zu Kaſſel nur eine dürftige Notiz gefunden ³4). Das alsfeldiſche Rathsarchiv dagegen bewahrt in Abſchrift eine weitläuftige Bekannt⸗ machung des Bürgermeiſters und des Raths auf, worin alle Gräuel des Bauernkriegs geſchildert ſind und die neue Eidesformel umſtändlich mitgetheilt wird ³s).

³¹) Aufzeichnungen Happel's im Rathsarchiv. Reſcript des Landgr. v. 30. Mai 1664, im Status eccles. Beil. No. 1..

²²) Schreiben an den Coadjutor von Fulda, d. d. Alsfeld am Donnerst. nach Convers. Pauli.(1. Febr.) Gleich darauf nahm Philipp Fulda zum zweiten Male ein. Lauze II. 1. S. 117.

³³) Siehe den Revers Philipp's d. d. Spangenberg, 15. Dec. 1557. Orig. im Rathsarchiv.

³4) Phil. d. Gr. II. S. 74.

²⁸) Rathsbuch fol. 19 21. 1525, Sonnabend nach Andreas(2. Dec.).