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Fortsetzung und Schluß (1862)
Entstehung
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ſagt Wigand Lauze's Chronik ³), ſollten ſich ſeiner Länder äußern oder gewärtig ſein, daß ſie in Verwahrung genommen würden. Wie dann hierauf etliche aus dem Lande hinweg ſeind gezogen, etliche aber, ſo da blieben, aber von einmal angenommener und erkannter Lehre nicht wieder wollten abſtehen, darüber in Haft und Verwahrung kommen, aber bald hernach wieder ledig und losgegeben worden. Erſt die fleißige Lectüre der lutheriſchen Bibelüberſetzung, die Belehrungen des auf einer Reiſe nach Heidelberg zufällig mit ihm zuſammentreffenden Melanchthon, der nähere Umgang mit Adam Kraft, den er während des Bauernkriegs kennen lernte und zu ſeinem Prediger annahm, begründeten in Philipp eine tiefere Einſicht in dasjenige, was einer Reform bedurfte, und erſt die hinzukommende Ueberzeugung von der Nothwendigkeit einer ganz außergewöhnlichen Kraftentwickelung zum Siege über die von allen Seiten ſich aufthürmenden Hinderniſſe führte ſeinen aufſtrebenden und entſchloſſenen Sinn zu der Stellung eines Vorkämpfers, in welcher wir ihn bald nachher an der Seite Johann's des Beſtändigen thätig ſehen. Von hohem Intereſſe für die Kenntniß des Entwickelungsganges, den Philipp's Anſichten in dieſer Beziehung nahmen, ſind die Briefe, die er in den Jahren 1524 und 1525 theils an ſeine Mutter, theils an die Herzoge Georg und Johann von Sachſen geſchrieben hat).

Alsfeld's Reformationsanfänge gingen, gleich den ſächſiſchen, aus einem Kloſter hervor. Der Mann, welcher hier zuerſt die Fahne erhob, war Thilemann Schnabel), ein Auguſtinermönch, wie Luther. Ueber ſeine Perſönlichkeit iſt trotz des Namens, den er ſich erworben hat, nur Weniges, über ſeine Herkunft faſt gar nichts bekannt. Einer darmſtädtiſchen Streitſchrift von 1647) zufolge könnte es ſcheinen, als fiele Schnabel's erſtes reformatoriſches Auftreten zu Alsfeld in die Zeit eines nur vorüber⸗ gehenden Aufenthalts, indem er nämlich als Auguſtiner⸗Provincial auf einer Geſchäftsreiſe auch das dortige Kloſter beſucht hätte. Dagegen weiſ't der faſt gleichzeitige Wigand Lauze mit deutlichen Worten Schnabel dem Kloſter zu Alsfeld zu*), und Schnabel's nachmaliger Adjunct und Nachfolger, Juſtus Vietor, ſagt von ihm ebenſo beſtimmt, daß er, indem er Alsfeld verließ, um ſich in Sachſen einen neuen Wirkungskreis zu ſuchen, ſeine Heimath verlaſſen habe ³). Ob Schnabel jemals die Würde eines Provincials bekleidet habe, mag dahin geſtellt bleiben; die älteſten Nachrichten über ihn erwähnen dieſes nicht, aber es iſt immerhin möglich. Die organiſchen Verhältniſſe des Auguſtinerordens beruhten in jener Zeit auf einem ſehr lockeren Verbande. Ein großer Theil der deutſchen Klöſter ſtand außer aller Ver⸗ bindung mit dem Ordensgeneral zu Rom; insbeſondere benahm ſich die ſächſiſche Congregation als vollkommen exemt und hatte in Johann von Staupitz einen eignen Generalvicar an ihre Spitze geſtellt. Der ſächſiſchen Congregation ſchloſſen ſich viele Klöſter im übrigen Deutſchland an, und es mögen darum

3) S. 67.

*) Rommel, Phil. d. G. Urkundenb. S. 113 u. Bd. II. S. 83 ff.

³) In einer Quittung von 1541 unterzeichnet er ſichThiellmannus Schnabell, Doctor pharher zw Alffelt⸗ Nathsarchiv.

³) Nothw. ausführl. Special⸗Widerlegung der Kaſſeliſchen Wechſelſchriften ꝛc. S. 257.

*)Thilomannus Schnabel der heyligen Schrifft Doctor vnd ordens S. Auguſtini Im kloſter zu Alffeldt. II. S. 59.

*) Quin iustus patriae sedem mutavit amore Verbi, nil vitae magna pericla timens. Exilium non est, inquit, quod propter amorem

Verbi quis patriae deserit arva suae. . Epicedion D. Thilomanni Schnabelii; b. Retter, Heſſ. Nachr. III. S. 52.

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