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Fortsetzung und Schluß (1862)
Entstehung
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und 37 Städte für die Landgräfin; nur acht Städte traten für die alten Regenten auf und unterſchrieben die Beſchlüſſe der Verſammlung nicht. Unter dieſen Städten erſcheint neben Kaſſel auch Alsfeld, das in der bezüglichen UrkundeElfelt genannt wird 30).

XIV. Aus der Reformationszeit.

Alsfeld iſt unter den heſſiſchen Städten diejenige, welche zuerſt der Reformation Luther's beige⸗ treten iſt. Hierfür haben wir das Zeugniß des Reformators ſelbſt ¹). In ſeiner Wahl⸗ und Wappen⸗ predigt ſetzt Happel die Epoche dieſes Beitritts in das Jahr 1522 ²). Steht dieſe Zeitangabe, was wir nicht bezweifeln, richtig, ſo iſt hierbei natürlich nicht an die förmliche Einführung eines neuen Cult⸗ und Lehrſyſtems zu denken, das ja damals überhaupt noch nicht zum Abſchluſſe gekommen war; ſondern es handelt ſich alsdann nur um ein frühzeitigeres Hervortreten allgemeiner und durchgreifender Sympathien für Luther und ſein Wirken, um regere Betheiligung an reformatoriſchen Predigten, wohl auch um die Abſchaffung der lateiniſchen Meſſe und um den Beifall, mit welchem man Luther's Anſichten vom Ablaſſe, vom Papſtthum und von der Unverbindlichkeit der Kloſtergelübde aufnahm. Dieſes alles bewegte in jener Zeit die Bevölkerung Kurſachſens und zeigte ſich mehr oder minder auch an ver⸗ ſchiedenen Orten Heſſens. Schon 1521 hat Johann Kirchhain zu Kaſſel die Meſſe in deutſcher Sprache geleſen.

3 Landgraf Philipp hielt ſich, ſo groß auch die Theilnahme war, welche Luther ſchon auf dem Reichstag zu Worms ihm eingeflößt hatte, doch noch geraume Zeit von aller öffentlichen Betheiligung ferne, ließ aber, wie Friedrich der Weiſe, dasjenige, was die Gemüther erfüllte, bis zu einem gewiſſen Grade gewähren. In Beſorgniß vor den möglichen Folgen jäher und vereinzelter Aenderungen, zog er es für's Erſte vor, ſich derjenigen Reformationsbewegung auzuſchließen, welche auf den Reichstagen von 1522 und 1524 ihre Vertretung fand, und gebot deshalb auch den Pfarrern und Predigern des Landes, ſich den Abſchieden beider Reichstage gemäß zu verhalten.Die aber ſolches nicht wollten thun,

³⁰) Nebelthau, die zwei älteſten Urkunden der landſtändiſchen Verfaſſung in Heſſen, in der Zeitſchr. f. Heſſ. Geſch. u. Landesk. Bd. VIII. S. 247 ff.

)Gott hat dieſe Stadt erleuchtet, daß ſie die erſte Heſſenlands iſt, welche das wahre Evangelium angenommen. Winckelmanns Lobrede auf Alsfeld, S. 16.

*) S. 45. Daß Schnabel ſchon 1520 von den Zinnen der Stadtmauer gepredigt und daß auch Luther auf ſeiner Reiſe nach Worms von einem Mauerthurme herab, den man in neuerer Zeitdas Lutherthürmchen zu nennen pflegt, eine Anrede an das auf einer Wieſe unter demſelben verſammelte Volk gehalten habe, iſt eben ſo unerwieſen als unwahrſcheinlich. Alsfeld's Mauern waren damals noch mit einem breiten Graben umgeben, der erſt 1553 auf Philipp's d. Gr. Anordnung zugeſchüttet und in nutzbares Gelände verwandelt wurde. Das fragliche Thürmchen aber, das ohnehin zur Rednerbühne wenig geeignet iſt, erſcheint wenigſtens bis zur Zeit des dreißigjährigen Kriegs immer nur als Pulverthurm. Nicht weniger ſchief iſt aber auch Winkelmann's Ausdruck, wenn er S. 200 ſagt, Alsfeld habe unter allen Städten in Heſſen zuerſtdie Augsburgiſche Confeſſion angenommen, die ja erſt abgefaßt wurde, nachdem in ganz Heſſen die Reformation längſt in allen Formen eingeführt war.