8 Documente, der von St. Katharina 13, der von St. Nikolaus 8, die Frühmeſſe 23, die Präſenz 79, die Gemeinſchaft der Chorherren(d. h. Pfarrer und Altariſten) 96 ³). Einen Theil ihrer Capitalien hatten die Herren vom Chor bei der Stadt angelegt,
Alsfeld hatte nur ein einziges Kloſter, nämlich das der Auguſtinermönche, aus welchem auch ſein Reformator, Thilemann Schnabel, hervorgegangen iſt. Nach Gerſtenberger ſoll dasſelbe 1244, alſo in den erſten Zeiten des Ordens, erbaut worden ſein. Einer ungedruckten Urkunde zufolge ſcheint es allerdings wenigſtens ſchon 1255 beſtanden zu haben ²). Gegenwärtig iſt, von einigen geringen Trümmern abgeſehen, nichts mehr übrig als die Kloſterkirche, ein ſchlichtes Gebäude im Spitzbogenſtil, das nichts Beſonderes bietet. Nur der kleine Reſt des anſtoßenden Kreuzgangs trägt Spuren einer edleren Bauart. Ueber die Geſchichte des Kloſters in der Zeit vor der Reformation iſt uns kaum etwas Denkwürdiges überliefert ¹⁰).
Außerhalb der Stadt erhebt ſich auf dem ſogenannten Frauenberg die Frauenkirche(jetzt Todten⸗ kirche) inmitten eines weiten, ſeit Jahrhunderten als Begräbnißplatz gebrauchten und mit einer Mauer umſchloſſenen Raumes. Sehr ſchlicht, aber in guten Verhältniſſen gebaut, macht das Aeußere dieſes Kirchleins in ſeiner Umgebung hochſtämmiger Linden einen wohlthätigen Eindruck. Die Vorderſeite trug einſt die bei einer ſpäteren Reparatur zerſtörte Inſchrift:„Anno Dömini M. CCO. LXV. hoc opus est inchoatum post festum Pasche ¹¹). Heinrich der Eiſerne ſchenkte der Stadt den Grund und Boden für die Capelle und den Kirchhof und verlieh das Patronat dem jeweiligen Rector der Pfarrei ¹²).
Ein Johann Gulden als„Altariſt der H. Trier⸗Könige(h. drei Könige) in der Kirche aus⸗ wendig des Chors auf unſer lieben Frauen Berge vor Alsfeld“ findet ſich im J. 1427 ¹³); faſt gleich⸗ zeitig mit der Anlage war dem Kirchhofe auch ein Ablaß verliehen worden ¹⁴). Uebrigens ſcheint die Kirche einſt größer geweſen zu ſein, als jetzt, wie die gelegentlich bemerkten Spuren weiter fortlaufender Grundmauern andeuten. Ein Frauenkloſter aber, wie es von der gemeinen Sage und auch von K. Dieffenbach dorthin verlegt wird ¹⁵), hat auf dem Frauenberge nie beſtanden; der Name des letzteren iſt von der heiligen Jungfrau hergenommen.
8) Im Rathsarchiv.
*) Schmidt, Geſch. des Großh. Heſſen I. 208.
¹⁰) Hier nur Folgendesü: 1349 Stiftung einer ewigen Gülte für das Kloſter auf eine Wieſe bei Leußel(Baur, Heſſ. Urk. 579); 1470 Darlehen von 200 fl. an den Landgrafen Heinrich(Orig. im St. A.); 1487 Stiftung eines Seelgeredes für ebendenſelben bei den Auguſtinern(Beurk. Nachr. v. Schiffenberg II. Beil. 238). Die Zinſen von verſchiedenen bei der Stadt ſtehenden Capitalien betrugen um die Reformationszeit 23 Gulden(Verzeichniß im St. A.). Unter den Mönchen erſcheint außer Thilemann Schnabel ein Prior Nikolaus Ulner(1449), ein Johannes Curlyn(1496 und 1501) und mehrere Andre. Die Auguſtiner hatten dem Landgrafen jährlich eine Salzfuhr zu thun(Salb. fol. 201).
¹¹) Retter, Heſſ. Nachr. Bd. II. S. 281.— Eine fehlerhafte Abſchrift in der Chorographie(S. 111) gibt das Jahr 1465 an. 1 1
¹*) Er erlaubte am Jakobstage 1365„edificare de novo unam ecclesiam seu cäppellam cum cimeterio sibi annexo in monte vulgariter dicto der Silberbul juxta custodiam vulgariter die Warte nuncupatam.“(Orig. im Rathsarchiv. Die Abſchrift bei Retter II. 279 iſt mangelhaft.)
¹8) Chorogr. S. 99.
¹¹) Urk. v. 1368. Orig. im Rathsarchiv.
¹5) Geſch. d. St. Alsfeld S. 34.


