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ſowie 1299, wo er proconsul genannt wird ¹¹). Dann folgt Battenberg mit ſeinem magister burgensium 1297 ¹²). Acht Jahre ſpäter erhielt Grünberg ſeine Rathmannen unter Umſtänden und mit Beſtimmungen, die eine nähere Erwähnung verdienen. Zwiſchen den Schöffen und der Bürgerſchaft daſelbſt hatten Streitigkeiten geherrſcht, welche 1305 durch einen Vergleich ausgetragen wurden ¹³). Die Punkte desſelben werfen genügendes Licht auf den Gegenſtand des vorausgegangenen Streites ſelbſt. Vor Allem und ausdrücklich geloben nämlich die Schöffen den Bürgern, jede ſowohl dem Landgrafen gegenüber, als nach jeder andern Seite hin ihnen obliegende Verpflichtung treulich zu erfüllen und namentlich ihren Antheil an den landesherrlichen Auflagen und Beden(exactiones et precariae) zu zahlen. Es folgt hieraus der Schluß, daß ſie vorher bei den Steuerausſchlägen ſich ſelbſt entweder gar nicht, oder nur in ungenügendem Maaße angeſetzt hatten. Nächſtdem wird vereinbart, daß, wenn einer der zwölf Schöffen mit Tod abgehen werde, der Ausfall durch die Schöffen ſelbſt im Wege der Cooptation zu ergänzen ſei, daß aber auch zwölf Männer von der Gemeinde mit den Schöffen im Rathe ſitzen ſollen, um in Gemeindeangelegenheiten mit ihnen zu berathen und zu beſchließen. Dieſe Zwölf ſollen jährlich erneuert werden. Ferner ſollen aus der Zahl der Schöffen jährlich zwei erwählt werden, welche mit zwei Andern aus den zwölf Rathmannen die Erhebung und Verrechnung des Ungelds beſorgen. Es müſſen alſo auch in dieſem Punkte Unordnungen Statt gefunden haben. So entſtanden die Rathmannen von Grünberg, die man denn ſpäter auch deutlich genug von den Schöffen unterſchieden findet, wenn ſie auch nicht in jeder einzelnen Urkunde genannt werden ¹4). Der Bürgermeiſter von Grünberg iſt, obgleich gewiß ſchon früher vorhanden, in Urkunden doch nicht eher anzutreffen als 1344 1⁵). Rathmannen neben den Schöffen zu Marburg finden ſich 1312 ¹⁶), der Bürgermeiſter daſelbſt als magister civium 1315 und als magister consulum 1327 ¹¹). Biedenkopf hat 1334 proconsules und consules ¹⁸), Melſungen im J. 1337 Bürgermeiſter, Schöffen und Rath ¹3). Das damals ziegenhainiſche Staufenberg weiſ't 1336 einen Bürgermeiſter ²⁰), die heſſiſche Stadt Wolfhagen 1359 einen proconsul auf, der 1361 als Bürgermeiſter wiederkehrt 2²¹).
Verhältnißmäßig ſpät unter den heſſiſchen Städten ſcheint Alsfeld auf dem bezeichneten Punkte der Entwickelung angelangt zu ſein. Einen Bürgermeiſter daſelbſt finde ich urkundlich erſt 1352 erwähnt ²²); etliche Jahre darauf erſcheinen auch die Rathmannen. Beide treten aber von nun an auch ganz weſentlich in den Vordergrund des erweiterten Gemeindelebens. Als Heinrich der Eiſerne 1358 die Stadt mit Beden und Auflagen(precariae et exactiones) nicht ferner zu beſchweren verſprach, bis ſie die Schulden und Verpflichtungen, mit welchen ſie ſich um ſeinetwillen belaſtet hatte, einigermaßen
11) Würdtw. III. 328.
¹²) Würdtw. III. 337.
¹) Urk. bei Glaſer, Beiträge z. Geſch. d. St. Grünberg, S. 181..
13) So 1314 milites, scabini, consules(Baur, H. U. 330; 1391:„Burgermeiſter, Scheffen, Rad vnd burger gemeynlich der Aldenſtad zeu Grunenberg“(Glaſer, im Arch. f. Heſſ. Geſch. Bd. III. Nr. 1. S. 7) 3 1344:„Wyr dy Burgermeyſtere, dy Scheffin, der Rat vnd dy Stad eneiiliche tzu Geleibesh. Glaſer, Geſch. v. Grünb. S. 187)
¹⁵) Glaſer, Geſch. v. Grünb. S. 187..
¹6) Kopp I. 332.
¹) Entdeckter Ungrund, Beil. Nr. 59. Kopp I. 335.
¹8) Baur, H. U. 523.
¹) Zeitſchr. f. Heſſ. Geſch. u. Landesk. Bd. V. Heft 4. S. 377.
²2⁰) Baur, H. U. 529.
2¹) Kopp, Beil. Nr. 79 u. 84.
2²)„.... wir Borgermeiſter vnd Scheffin tzu Alffelt bekennen u. ſ. w.“ Datum anno M. CCC. L. secundo, feria sexta proxima ante festum Pentecostes. Original im Pfarrarchiv zu Alsfeld.


