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(Cooptation), an einem dritten, wie z. B. in Allendorf an der Lumda, das Wahlrecht der Bürgerſchaft. In Grünberg und Frankenberg vollzogen die Schöffen bei Todesfällen die Ergänzung ihres Collegiums ſelbſt; die Einmiſchung des Schultheißen wurde einſt zu Frankenberg als eine Neuerung zurückgewieſen ¹⁵). Wenn wir nun auch für Alsfeld, und zwar ſchon für die früheren Zeiten, die Cooptation annehmen, ſo ſtimmen hierfür außer der Analogie auch die nachfolgenden Erſcheinungen.
Als Burg hatte Alsfeld endlich auch ſeine Burgmannen(castrenses, milites), und zwar in recht anſehnlicher Zahl. Eine Urkunde von 1259 führt ihrer neun mit Namen auf und ſetzt dann noch ein„et ceteri“ hinzu ¹6). In der alsfeldiſchen Burgmannſchaft dienten Glieder der adeligen Familien von Romrod, Liederbach, Linden, Aula(Owela), Storndorf, Genſingen, Ehringshauſen, Ruckershauſen, Elkerhauſen, Vincke oder Finke, Wickenborn, Zopff, Kule ¹¹); ſeit 1353 zeigen ſich auch die von Schlitz (Slitese) ¹⁸), ſeit der Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts die Schaufuße und Rotzmule, im ſechzehnten Jahrhundert endlich die von Gilſa. Nicht ganz ſo beſtimmt läßt ſich erkennen, ob die ebenfalls als milites aufgeführten Sifrid von Altenburg, Heinrich von Udorf(Eudorf), Konrad genannt Kezilrinch und Ludwig Waltfogel gerade in Alsfeld ihre Burgdienſte geleiſtet haben. Ein Ludwig Waltfogel war 1271 Truchſeß des Grafen von Ziegenhain, ein Johann Waltfogel 1382 Burgmann zu Altenburg.
Die Burglehen waren ohne Zweifel, wie auch anderwärts, ſämmtlich erblich. Ueber ihre Objecte ſind leider nur ſpärliche Nachrichten da. Es läßt ſich auch nicht füglich eines nach dem andern bemeſſen. Den Brüdern Kaspar und Georg Schaufuß gab Landgraf Wilhelm 1501 als Burglehen einen halben Zehnten auf dem Rodenberg, ſechs Pfund Geldes alsfeldiſcher Währung auf einen Garten vor dem Hersfelderthore und den kleinen Zehnten zu Eudorf ¹⁸). In früheren Zeiten begehrte der benach⸗ barte Landadel vielleicht nicht viel über einen beſcheidenen Burgſitz(mansio) in der Stadt und gewiſſe Immunitäten hinaus; wenigſtens konnte er ſchon ein eignes Intereſſe haben, ſich an der Vertheidigung der zur befeſtigten Stadt erweiterten Burg zu betheiligen, die auch ihm in Nothfällen eine Zuflucht bot ²⁰). Vielleicht rührte aber auch mancher Burgdienſt aus urſprünglichen Miniſterialitätsverhältniſſen her.
Fragen wir nun weiter nach dem durch Geſetz oder Herkommen geforderten Geburtsſtande des Schultheißen, der Schöffen und der Burgmannen, ſo tritt uns zuerſt Kopp mit der Behauptung entgegen, der Schultheiß in heſſiſchen Städten ſei nicht geringeren Standes als von Adel geweſen.„Denn,— ſo lautet die Begründung dieſes Satzes,— die Burgmänner, als Perſonen von Adel, hätten ſonſt nicht vor ihm belangt werden können, wenn er nicht ihnen ebenbürtig oder ihr Genoſſe geweſen wäre 2¹).⸗ Nicht weniger will Kopp auch in der Mehrzahl der Schöffen Glieder des niederen Adels erblicken, der ſich in den Städten niedergelaſſen habe; doch führt er hierbei keinen Grund an ²²).
¹⁵) Frankenberger Chronik b. Kuchenb. V. 186. 201. Die Cooptation daſelbſt beſtätigt von Heinrich II. Ebendaſ. S. 202. In Grünberg galt dasſelbe Verfahren. 1
¹) Kuchenb. XI. 143.
¹¹) Die Namen finden ſich in den bereits angeführten Urkunden.
¹8) Winckelmann, Beſchr. der Fürſtenth. Heſſen u. Hersfeld, Thl. II. S. 202.
¹8) Urk. im Familienarchiv der Freiherrn v. Rotsmann.
2⁰) 1336 gab Heinrich II als Erbburglehn an Ludwig von Schrecksbach: aream unam in praeurbio castri nostri Alümadg ad habitationem per eosdem desuper construendam, cum orto(horto) uno ante portas dicti castri. Guden. III. 292. Sogar ein feudum oblatum findet ſich als Erbburglehen, das Zohannes v. Limpurg 1310 dem Erzbiſchof von Mainz auftrug. Guden. III. 64..
2¹) Heſſ. Gerichte I. 327.
²²) Ebendaſ. S. 332.


