5
Unter den Zeugen hierbei erſcheinen Sifridus scabinus de Adelsfelt und Siboldus et Fridericus filii Siboldi de Adelsfelt. Neun Jahre ſpäter(1231) finden ſich in einer ziegenhainiſchen Urkunde als Zeugen eines Tauſchvertrags aufgeführt: Baldemarus villicus de Adelsveld, miles, und Frethericus, Conradus Kastelan, burgenses in Adelsveld ²⁰). Mit vorläufiger Uebergehung verſchiedener dazwiſchen liegender Urkunden heben wir hier noch eine dritte vom 24. März 1259 hervor, die in Alsfeld ſelbſt errichtet worden iſt. Konrad von Schlitz verkauft darin an Rudolph von Ohmes (de Omesa), Schöffen zu Alsfeld, ſein Dorf Bieben. Zeugen ſind unter Andern: Giso scoltetus de Alisfelt, Eckehardus de Liderbach, Arnoldus de Rukershusen et ceteri milites de Alisfelt, ſowie auch ſämmtliche scabini et burgenses quam plures de Alisfelt 21). In einem weiteren, ebenfalls zu Alsfeld errichteten Document von 1260, Lehngüter zu Beſſingen betreffend, tritt jener Giſo dießmal als villicus de Ailesvelt auf, was gleichbedeutend mit scoltetus iſt, ſodann auch ein Eckehardus monetarius als Zeuge, und dem Actenſtücke iſt auch das Siegel der Stadt Alsfeld(civitatis Ailesvelt) angehängt ²²).
Die in den angeführten Urkunden vorkommenden Amts⸗ und Standesbenennungen beweiſen, daß Alsfeld in jener Zeit nicht nur eine Burg und Stadt, ſondern auch eine Münzſtätte war.
Ein Bracteat von Alsfeld aus dem 13. Jahrhundert findet ſich in Leitzmann's numismatiſcher Zeitung aufgeführt ²⁵). Dieſes alles, ſowie Alsfeld's Theilnahme am rheiniſchen Städtebunde während des Interregnums ²¹), ſpricht allerdings für ein ſchon vorheriges Beſtehen des Ortes, wenn auch nicht nothwendig in ſtädtiſcher Eigenſchaft. Schade, daß aus dem ganzen zwölften Jahrhundert nicht eine einzige Nachricht vorliegt, die ſich ergänzend an die oben erwähnte aus der Zeit Heinrich's IV anſchließen könnte. Aus der letzteren iſt nicht zu erkennen, ob unter dem daſelbſt genannten Adelesfelt mehr als ein bloßes Dorf zu verſtehen ſei.
So iſt Alsfeld in der Feſtſtellung ſeines Alters weniger glücklich, als ſelbſt das benachbarte Dorf Zell, von dem es gewiß iſt, daß die Einweihung ſeiner Kirche ſchon 825 durch den Erzbiſchof Haiſtulph von Mainz vollzogen wurde ²⁵). Das Kirchengebiet von Zell, wie es bei dieſer Einweihung feſtgeſetzt wurde, hatte eine beträchtliche Ausdehnung, ſeine Gränze fiel an der oberen Schwalm und an der Liederbach mit der des Kirchengebiets von Schlitz zuſammen. Da unter den vielen, zum Theil noch unenträthſelten Namen der Gränzbeſchreibung auch ein praedium Adelingi vorkommt, ſo habe ich einen Augenblick geglaubt, hierin ſei vielleicht eine Spur von Alsfeld's frühzeitiger Exiſtenz zu entdecken. Aber die Reihenfolge der aufgeführten Orte, unter welchen doch wenigſtens einige ſind, die einen gewiſſen Anhalt geben, führt eher darauf, daß das praedium Adelingi ganz oben an der Schwalm, in der Nähe von Vadenrod, zu ſuchen ſei. Ich kann daher auch nicht mit Venator ſtimmen, welcher das im Zuſammenhang hiermit genannte Durnaha auf das Gedörn(Gethürms) beziehen zu müſſen glaubt 26).
²⁰) Kopp, Von den geiſtl. u. Civil⸗Gerichten in den Heſſen⸗Caſſeliſchen Landen, Th. 1, S. 297.
2¹) Kuchenbecker, Coll. XI. 143.
*²) Gudenus, Cod. diplom. I. 676.
²³) Jahrgang 1837, S. 101 f.
²⁴) Von heſſiſchen Städten werden bei der Verſammlung von 1255 nur drei genannt: Marhpurch, Agilsvelt und Grunperch, aus der Nachbarſchaft aber auch Friedberg, Wetzlar, Fulda und Hersfeld. Pertz, Leges II. p. 374.
²⁵) Dronke, Tradit. et antiq. Fuld. 57 c. 17.
²⁶) Archiv f. heſſ. Geſch. Bd. VII. S. 197.


