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den der Gottvater trägt, ihn nicht eher sehen und mit ihm sprechen, als bis er denselben abgelegt hat(Met. II 40 ff.).
Eine dritte Variante, die ebenfalls viel Anhänger gefunden hat, gibt ihnen irgend ein feuriges oder brennendes Instrument in die Hand, mit dem sie über den Himmelsboden wandern oder unter dem Gewölbe in der verdickten Luft hinschweben, wie Schild, Fackel, Lampe, Kerze oder ein Feuerrad, eine Feuerkugel. Im Altertum sind die fackeltragenden Sterngeister gleichbeliebt in der Literatur und in der Kunst und sie haben sich bis in die Neuzeit herein erhalten. Es genügt mir, auf Guido Renis be- rühmtes Gemälde Aurora hinzuweisen, wo der Morgenstern als Knabe mit der Fackel in der Hand dem Sonnenwagen voraus- schwebt. Besonders ausgeprägt sind die himmlischen Lampen- träger bei den Aegyptern gewesen, aus ihrer Anschauung ent- lehnt z. B. Ptolemaeus den Namen Aapradia:= Fackelträger¹¹) für den Stern 1. Größe im Sternbild der Hyaden. Das Mittel- alter hat den Engeln die Sternfackeln in die Hand gegeben oder die Sternkugeln von denselben auf dem Gewölbe hinrollen oder schieben lassen. ¹4⁴*) Hauptsächlich hat die Kometenerscheinung in diesem Sinne eine blühende Ausgestaltung erfahren. In reicher Literatur wird gerade dieser Sterngeist mit seiner brennenden Fackel behandelt. Es ist aber heute noch ein viel verbreiteter Naturglaube, daß Lichtgeister mit Lampen, Fackeln oder sonstigen brennenden Lichtbündeln über dem Firmamente einhergehen. ¹4)
Die Beobachtung, daß gewisse Sterne z. B. die Planeten eine große Strecke in wenigen Stunden an dem gewaltigen Ge- wölbe zurücklegen, hat eine vierte Erweiterung des Sternen- glanzes geschaffen: nicht der Astralgeist leuchtet, sondern das flammensprühende Roß oder der feurige Wagen, auf dem er die gewaltigen Entfernungen am nächtlichen Himmel zurück- legt. Besonders reich ist so in der Antike der Morgenstern aus- geschmückt worden. So spricht Euripides(frgm. 900) von dem Reiter Morgenstern und in reicher Umgestaltung wird diese Figur weiter ausgedacht. Natürlich ist sein Pferd ein glänzendes weißes Tier, dem das Feuer aus Maul und Nüstern leuchtet. ⁴⁴—) Von den anderen Gestirnen erhielten außerdem die Planeten ganz phantastische Gespanne, deren Besprechung wir aber in das
141) Tetrab. I cap. 8 u. Math. synt. V 1, 203, 206, 225 n. ö.— Boll Sphära 204.
14²) F. Piper a. O.
143) Frazer, The Golden Bough 12² S. 22.
144) Näheres bei Reinach a. O. I 236; Sittl, Archeol. der Kunst 830, Weizsäcker a. O. 2447, 2451.— J. Baier Gemm. thes. tab. VIII 1.
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