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auf der Erde weilen, und sie stellt sie nicht nur im Vergleich mit schönen Menschen zusammen, sondern sie bringt sie direkt mit den Menschen insgesamt in Berührung derart, daß man sagt, die Sterne sind tagsüber über- haupt unter den Menschen, nachts am Himmel. Wahr- scheinlich ist der griechische und römische Volksglaube von orientalischen Gedanken befruchtet worden. Denn bei den Baby- loniern, Aegyptern und Persern galten die Sterne seit uralter Zeit, besonders die Planeten, als mächtige, durchaus menschen- ähnliche Wesen, die in enger Verbindung mit dem Erdenleben stehen und persönlich bei großen Festen auf der Erde anwesend sind. Jedenfalls war in hellenistischer Zeit ein ähnlicher Glaube in den antiken Völkern heimisch, sonst könnte Plautus nicht in seinem berühmten Rudensprolog den Arcturus auftreten und von sich sagen lassen(5): noctu sum in caelo clarus atque inter deos inter mortalis ambulo interdius.
Das geht auf Diphilus zurück, und beide Dichter hätten die ganzen Ideen in dem Arcturus prologus nicht ihrem Publikum aufwarten können, wenn nicht verwandte Saiten damit in den Herzen der Zuhörer angeschlagen worden wären. Es klingen allerdings in dem Prolog bereits eine Menge réligiöser Motive mit, die nicht in die Betrachtung unserer primitiven Stern- menschen hineingehören, es genügt für uns hier der Hinweis, daß im römisch-griechischen Volksglauben Vorstellungen er- halten waren, die mit dem primitiven Denken des Naturmenschen noch große Verwandtschaft zeigen. Wir begreifen also, wie in späterer Zeit die Herabkunft der Planeten im Zauber und in mannigfachen Kulten die Rolle spielen konnte, wie wir sie in Kapitel II kennen lernen werden.
Das längere Fernbleiben gewisser Sterne am nächtlichen Himmel bringt in die seither von uns betrachteten Sternmythen die Erweiterung herein, daß dieselben in der Zwischenzeit länger auf Erden oder jenseits des Himmels weilen und Ehen mit Menschen eingehen. Die beiden Möglichkeiten: das Erdenweib lebt auf der Erde mit dem Himmelsmenschen, oder der Himmels- mensch holt die gewünschte Braut herauf ins Himmelsland, wohnt dort mit ihr, bekommt ihm gleichende Söhne von ihr geschenkt, können wir in den farbenprächtigsten Erzählungen nachweisen. Die Söhne werden berühmte treffliche Männer und folgen später dem Vater ins jenseits, die Mutter stirbt meist ruhmlos auf der Erde.
Besonders ist hierbei der Morgen- resp. Abendstern aus- gezeichnet worden; er spielt eine Hauptrolle im geschlechtlichen Verkehr mit Erdenfrauen und wird der Ahnherr einer ganz


