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1 (1912)
Entstehung
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am Himmel. Ihnen gibt nun die naive Mythologie Häuser und Angehörige auf dem Himmel selbst, sie verlassen dieselben des Abends, um ihrer Arbeit auf dem Himmelsboden nach- zugehen. ¹¹)

Aber auch diesen wird die Möglichkeit zugesprochen, auf die Erde herabkommen zu können. Entweder wandern sie auf einer Straße am Himmel entlang, bis sie auf die Erde kommen, oder sie gehen direkt herab zur Erde. Wo die Gestalt der Sternenmenschen nähere Betrachtung erfahren hat, hat man auch dem jenseitigen Lande genau dieselben Verkehrsmöglichkeiten zugedacht, wie man sie auf Erden hat, man hat es vor allem auch mit Wegen ausgestaltet, auf denen die Himmlischen ein- herwandern. Als Hauptstraße, die sich quer durch das jen- seits hinzieht und in weiter Ferne auf die Erde aufstößt, tritt uns die Milchstraße entgegen. Auf ihr gehen die Sterne all- gemein einher, wie die Menschen auf ihren großen Staatsstraßen, und wie auf Erden die Straßen durch die Abnutzung glatt werden und während der Nacht sich leuchtend abheben von den dunklen Feldern, so leuchtet auch zu uns herab der viel- begangene Sternenweg am Himmel. Er stößt an beiden Enden auf Erden auf, und auf ihm wandern die jenseitigen herab, da- rum heißt die Milchstraße z. B. in der germanischen Mythologie Weg zur Unterwelt= Helweg. ¹¹¹⸗) Daneben ersann man auch unsichtbare Geisterpfade, die herab vom Himmel führen und von besonders gottbegnadeten Menschen gesehen werden können. So sieht z. B. in der Legende vom Sternenknaben der irdische Sohn des Morgensterns am Ende der Weltufer am Abend des vierten Tages einen glänzen- den Pfad, der über das Wasser zu der Wohnung des Sonnen- gottes und seines Sternenvaters führt; vorher hat er drei Tage und drei Nächte gefastet und gebetet, und ist dadurch rein ge- worden.*³) Oder man dichtet, die jenseitsmenschen klettern an Seilen(Tauen aus Büffelstreifen), auf Pfeilstrecken, Leitern oder langen Bäumen herab, u⁶) oder sie lassen sich in Körben her- nieder. So heißt es in der Plejadenmythe der nordamerikanischen Wabi, daß ein jäger in einer großen Prärie schön geformte Fuß- stapfen findet, sie verfolgt und zu einem geheimnisvollen Kreis gelangt. Er erlebt darauf folgendes:Unter eigenartigen zau-

113) Ratzel a. O. II S. 88; dazu Mooney a. O.= Am CUrquell II 87.

114) Kuhns Zeitschrift II 239, 366. Ich verweise auf meine weiteren Ausführungen im R. V. V. 244, 2 und in Pauly Wissowa, s. v. Galaxias.

11⁵) Clintock, Bräuche und Legenden der Schwarzfußindianer= Zeit- schrift für Ethnologie 40, S. 611. Siehe die Geisterwege bei Luc. Demosth, enkom.(LXXIII) 50; Quint. Smyrn. Posthom. XV 223.

116) Eine große Anzahl diesbezüglicher Mythen sind bei Frobenius in seinen genannten Werken einzusehen.