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1 (1912)
Entstehung
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ähnlicher Mythus nennt in Dahome und bei den östlichen Neger- völkern die Sterne Töchter des Mondes. Die Feindschaft der Sonnenfrau ist hier aber der Vorstellung eines bösen Naters gewichen, der seine eigenen Kinder auffrißt, die ihm die Mond- frau schenkt: Sie gebar nämlich ihrem Sonnengatten eine große Anzahl von Kindern. Die Söhne wollten dem Vater es gleich- tun, der aber ward eifersüchtig und mordete sie. Die bescheidenen Töchter blieben aber bei der Mutter, darum sieht man sie immer in der Nacht allein mit der Mutter, während der Nater selbst- herrlich des Tags allein am Himmel ist und seine Söhne, die es wagen, mit ihm am Tageshimmel zu sein, dahinmordet. ¹⁰*)

Was für die genannten Naturvölker wirklicher Glaube ist, pulsiert bei uns nur als Niederschlag in den Werken unserer Dichter. Sehr lebendig hat diese Weltanschauung z. B. Heine in seinemSonnenuntergang(= Die Nordsee I, 3) in folgenden Versen ausgedrückt:

Einst am Himmel glänzten

Ehlich vereint

Luna, die Göttin, und Sol, der Gott, Und es wimmelten um sie her die Sterne, Die kleinen, unschuldigen Kinder.

Doch böse Zungen zischelten Zwiespalt, Und es trennte sich feindlich

Das hohe, leuchtende Eh'paar.

jetzt am Tage, in einsamer Pracht

Ergeht sich dort oben der Sonnengott... Aber des Nachts

Am Himmel wandelt Luna,

Die arme Mutter,

Mit ihren verwaisten Sternenkindern...

Auch bei den Griechen treffen wir die Sternenkinder, außer in den literarischen Werken finden wir sie auch ausgeprägt in künstlerischen Produkten. So sind die Sterne auf Vasen- bildern als nackte Knaben dargestellt, die vor dem aufgehenden Sonnengott ins Meer flüchten. ¹⁰³)

Im allgemeinen hat aber die Auffassung der Sterne als Kinder, sei es der Sonne, des Mondes, des Poles, der Nacht und was

1⁰2) L. Frobenius, Die Weltanschauung der Naturvölker a. O. S. 286; auch in den Mythen der Indianer wird oft auf das unfriedliche Eheleben von Sonne und Mond Bezug genommen, s. Frobenius, Zeitalter des Sonnen- gottes I 347 ff. Vgl. F. Schultze, Psychologie der Naturvölker. Leipzig 1000. S. 321.

19 F. Welcker, Antike Denkmäler III Taf. 9. Baumeister Denk- mäler 0640, Tohl. S. Reinach, Repertoire des vases peintes Paris 18909,

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