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Gestalt eines 15jährigen Mannes, eines so alten, wie wenn den Mann zum erstenmal die(geschlechtl.) Kraft ankommt.... „die zweiten zehn Nächte... mit der Gestalt eines goldgehörnten Rindes... die dritten zehn Nächte... mit der Gestalt eines weißen Rosses... mit goldfarbenen Ohren mit goldenem Ge- biß.“ Wir sehen hier in dem phantastischen Durcheinander noch hervorleuchten die ursprüngliche Gleichsetzung des Sternes mit einem Roß, das an Farbe und Rasse alle übrigen Sterne über- strahlt.“:!) Auch in Griechenland ist er von alters her als Tier gedacht und zwar als Hund, der vom Himmel Verderben und Feuer herabsprüht. Er kommt in der òrca, da die Ernte der Baumfrucht anfängt, strahlt vom Bade des Ozeans mit furcht- erregendem Glanze und bringt den armen Sterblichen aus- dörrende Glut.(Homer Ilias 22, 27 ff.).
Wir finden den alten Volksglauben allerdings bereits auf höhere Stufe gestellt und mit einem Mythus verschmolzen, der einen riesigen jäger mit seinem furchtbaren Hund am Himmel hinziehen läßt; wir ersehen aber noch klar, wie überhaupt in alter Zeit gerade dieses Gestirn infolge seines Glanzes die Be- obachtung der im Süden wohnenden Menschen herausgefordert hat. Welchen Eindruck es auf die abergläubischen, primitiven Menschen Griechenlands und Italiens, wo der aufgehende Sirius wirklich mit dem Einbruch der unerträglichen Sonnenhitze zu- sammenfiel, machte, sehen wir aus den seit uralter Zeit in Keos üblichen Gebräuchen, durch Waffenlärm den bösen Hunde- dämon zu verjagen,?s) aus dem in Argos heimischen Feste Kyno- phontis, das mit dem Aufgange des Sirius zusammenhing, wobei eine Menge von Hunden totgeschlagen wurde.²*) Auch in Italien geht die Furcht vor diesem Stern in sehr hohe Zeit zu- rück, auch hier ist er als Hund aufgefaßt worden. jedenfalls spielen bei dieser Sternauffassung uralte, naiv-religiöse Vorstel- lungen mit, die wir in Kap. 2 näher beleuchten werden. Bei der Verquickung der Sterne mit religiösen Anschauungen treten wir bereits einer höheren Kulturstufe gegenüber; denn schon die Idee allein, daß ein Stern überhaupt einen Einfluß auf irdische
57) Jjackson, Die iranische Religion: Geiger-Kuhn, GCrundriß der iranischen Philologie II S. 672.
9s) Schol. Apoll. Rhod. II 498. Die Einwohner stehen nach Heracleides Ponticus auf Bergen versammelt da und beobachten aufmerksam das auf- gehende Gestirn. Aus seinem Glanze schließen sie auf das, was in dem neuen Jahre sein wird. Cicero de divin. I 57, 130..
*°) Athen III 99 e Konon 19— K. O. Müller Prolegomena zu einer wissenschaftlichen Mythologie S. 195, weiteres Material bei O. Gruppe Griech. Mythol. u. Religionsgesch.= Hdb. d. klass. Altertumsw. V, 2 S. 960, ferner in meiner schon genannten Arbeit S. 131 ff.; ich verweise hier noch auf die demnächst erscheinenden Studien von E. Pfeifer.
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