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1 (1912)
Entstehung
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suchen geht, auf ein ganz besonderes Tier stoßen, wenn in der Volksphantasie die Sterne allgemein als Tiere gedacht werden. So erzählt man in Nordabessinien, ein Stern, der zur Erde stürzt, büßt seinen Glanz ein und wird ein kleines Tier.Er ist nicht so groß wie eine Katze, und seine Farbe ist grau und gleicht der des Eselssterns(d. i. Distel, Igelart?). Und wenn Menschen ihn, während er so auf der Erde liegt, finden, und wenn seine Finder kluge Leute sind, so nehmen sie ihn und legen ihn in ihren Geldbeutel oder in ihren Kornsack, und jenes Geld oder jenes Korn wird dadurch gesegnet und wird niemals zu Ende, d. h. wenn der Stern nicht stirbt oder nicht entweicht und fortgeht. ²⁵)

Sobald in der Volksphantasie sich einmal die Himmelswelt und ihre Bewohner in dieser Form ausgeprägt haben, ist ein weiteres Spielfeld für grübelnde Sterndeuter geschaffen in der Frage: wenn die Sterne Tiere sind, wo sind sie dann bei Tage und wo sind diejenigen, die in ganz bestimmten Zwischenräumen in ihrer eigenartigen Stellung zueinander ein ganz bestimmtes Bild dem Himmel geben, in der übrigen Zeit, da sie unsichtbar sind? Die Frage wird wohl oft gestellt, aber in wenigen Völkern findet sich der Niederschlag einer bestimmten Meinung als Volks- glaube. Sonne und Mond zeigen ühberall die lebhaftesten Nach- forschungen nach ihrem Aufenthaltsort, wenn sie unsichtbar sind.«) Ueber die Sterne hat man im allgemeinen auf der Stufe, wo sie mit Tieren identisch erklärt werden, keine besonderen Vorstellungen ausgeprägt. Die gegebene Antwort ist im all- gemeinen, sie bleiben, wo sie sind, und grasen auch bei Tage friedlich auf der Himmelswiese, man sieht sie nur nicht infolge des glänzenden Sonnenlichtes. Wie man bei Nacht das auf der Weide lagernde Vieh nicht sieht, weil es finster ist, So sieht man umgekehrt bei Tage die Himmelstiere nicht, weil es hell ist. Nun zeigt aber die längere Nachforschung, daß gewisse Sterne in bestimmten Zeiten nur am Himmel sind, so der Sirius, die Hyaden usw. Nur der Hundsstern hat hier eine ganz eigen- artige Berücksichtigung erfahren. Er ist als böser Dämon ge- fürchtet, der die Erde austrocknet, Pest den Menschen bringt und dazu die Hundswut verursacht. So fürchten ihn die Inder und haben die Idee, daß er in den ersten zehn Tagen eine sicht- bare Gestalt annimmt in Lichtstrahlen dahinfahrend:mit der

⁵5) E. Littmann, Sternensagen und Astrologisches aus Nordabessinien = Archiv für Religionswiss. XI(1908) S. 312.

96) Näheres bei F. L. Schwartz: Die poetischen Naturanschauungen der Griechen, Römer und Deutschen, Berlin 1864 1 allenthalben; Leo Frobenius, die Weltanschauung der Naturvölker S. 149 ff. und: Das Zeitalter des Sonnengottes I 1904 8. 50 ff.