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Milchstraße nennen, alle Himmelsgötter, um zu beraten, wie dem Elend ein Ende gemacht werden könne. Alle waren einig darüber, daß Amaterusa(die Sonnengöttin) allein zu helfen imstande sei, und darum mußte alles daran gesetzt werden, sie aus der Höhle herauszulocken.... Zuerst nahm Amenokoyane, ein Sohn des großen Himmelsgeistes, heilige Sakaki-Bäume, die auf den Bergen des Himmels wuchsen, mit den Wurzeln heraus und pflanzte sie rings um die Höhle. An den stattlichsten dieser Bäume wurden hoch oben die Edelsteine des Himmels aufgehängt, köst- liche Juwelen, die mit funkelndem Scheine herrlich leuchteten..“ Im folgenden wird ein großer Metallspiegel geschildert, den der Gott der Spiegelmacher aus dem besten Metall, das die Bergwerke des Himmels zu liefern vermochten, hergestellt hatte. Aus den Fasern des Papiermaulbeerbaumes und aus Hanf, der in den Himmelsboden gepflanzt wurde, stellt man köstliche Weih- geschenke für die Göttin her, nämlich ein feines weißes und ein gröberes blaues Gewand, bis man endlich durch eine List die Sonnengöttin soweit bringt, das Felsentor ihrer Höhle zu öffnen und wieder alles mit ihrem glänzenden Scheine zu überstrahlen. ¹) Aehnlich haben die Indianer und Polynesier ihr Himmelsland ausgemalt. Auch im Altertum ist der Himmelsboden dem irdi- schen gleichgestellt. Die Milchstraße ist die Götterstraße, auf der die Himmlischen zum Zeuspalast gehen, auf beiden Seiten stehen die weitgeöffneten Paläste der Götter(so nach griech. Vorbilde Ovid Metam. I 168 ff.). Der Palast leuchtet in silber- nem Glanze, alles ist aus köstlichstem Material, das alle irdischen Bauten weit überstrahlt, erbaut. Wir ersehen daraus, wie be- rechtigt es in einen solchen Ideenkreis hineinpaßt, die Sterne als Léebewesen, zunächst als Tiere aufzufassen, die dort oben leben. Von besonders auffallenden Deutungen nenne ich die Gesamtauffassung der Sterne als Hirsche bei einer Reihe von indianischen Stämmen: das schönste Jagdwild eines jägervolkes findet sich in reichstem Maße in jenem fernen Märchenjagd- revier. ²²) Aus der Phantasie eines jägervolkes stammt auch die Deutung der Sterne als Wölfe,) Jaguare. ²⁴)
Es fehlen auch nicht Beispiele, in denen die herabfallenden Sterne konsequent mit dem Tiermotiv verbunden sind. Danach muß derjenige, der einen Stern fallen sieht und den gefallenen
951¹) D. Brauns, japanische Märchen und Sagen S. 108 ff.
22²) K. Ih. Preuß a. O. S. 381.
93) So heißt der große Bär die 7 Wölfe s. Revue des trad. popul. 17, 342. vgl. die Bezeichnung der Milchstraße als Wolfspfad= Zeitschr. f. Ethnol. 40, 614.
94) Revue des trad. popul. 25(1910) S. 452 K. Th. Preuß, Der Kampf der Sonne mit den Sternen in Mexiko: Globus 87 S. 136.


