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Sterne 3. Größe) erinnern.s*) Auch im deutschen Sprachgebrauche sind die Tierbenennungen da, gehen aber als Lehngut durchaus auf antike Quellen zurück. Volkstümlich ist die Gesamtanschau- ung der Sterne als Lämmchen heute noch, und wenn die be- kannten Volkslieder gesungen werden, so tritt unwillkürlich vor die Seele des Singenden noch die uralte naive Ausgestaltung der Himmelswiese mit den leuchtenden Tierchen. ss)
Mit der Himmelswiese ist die seither beobachtete Himmels- vorstellung bereits auf einer weiteren Entwickelungsstufe auf- gerückt. Vielleicht verursachte die Beobachtung, daß Steine vom Himmel plötzlich herabfallen, vielleicht schuf auch die einfache Lust am Fabulieren ein Himmelsland, das dem Aussehen nach völlig identisch ist mit der Erdoberfläche. Es gibt dort Berge und Täler, Ströme und Wälder, Wiesen und steile Felsen wie auf Erden. jedenfalls lebte auch in der Phantasie der alten griechischen und römischen Bauern eine ganz ähnliche Vorstellung, wenn sie den Himmelsboden mit Ochsen, Schweinen usw. bevölkerten,se) auch die deutsche Auffassung der Sterne als Lämmchen setzt eine ähnliche Ge- staltung des Himmelsbodens voraus. Als volkstümliche Meinung lebt dies Himmelsterrain noch heute in vielen Völkern. So ist jenes überirdische Land völlig das Abbild der Erde in der Volks- Meteorologie des Cap-Sizun. Dort sind die Sterne tierähnliche Wesen, die oben wie in einem Heideland herumziehen. Von den Sternschnuppen heißt es, daß sie solche Sterne sind, die beim Ueberschreiten eines Berges den richtigen Pfad verlieren und infolgedessen zur Erde oder ins Meer stürzen. ²*) In japani- schen Märchen lebt dieselbe Himmelsanschauung, die uns 2. B. aus folgender Schilderung vom Sonnenraub recht lebendig ent- gegentritt: Himmel und Erde waren gleichmäßig in Dunkel gehüllt. Infolge dieses schweren Schicksals aber versammelten sich an den Ufern des Himmelsstromes, den wir Erdenbewohner
87) Die nähere Begründung zu dieser Auffassung habe ich s. v. Hyaden in Pauly-Wissowa gegeben.
88) Gerade Leber rönos ist gerne von den Dichtern aufgenommen worden, der Mond ist dabei der Schäfer, mitunter auch der Polarstern; z. B. ver- wertet es sehr hübsch Herder in den Sinngedichten, wo er 20(Gesetz der Welten im Menschen) sagt:
Schönes Sternengefild, ihr weiten, unendlichen Auen,
Aus mir selber entzückt, hang’ ich mit Blicken an euch, Schaue die goldene Herde der himmlischen Schafe da weiden, Suche den Hirten in ihr, der mit dem Stabe sie führt.
89) Später ist sie in den religiösen Vorstellungen beider Völker vorhanden und mit farbenprächtigen Farben vielfach ausgemalt; s. u. cap. II..
29⁰) H. Le Carguet, mäétéorologie populaire du Cap-Sizun= Revue des tradit. popul. 17(1902) S. 185.


