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schert er eine furchtbar stinkende Masse“.—„De Drak treckt“, sagt man bei feurigen Lufterscheinungen, wo er sich nieder- läßt, wo die Erscheinung verschwindet, läßt er Glück zurück.“*⁰) —„De Drak trekt“ oft des Abends. Das ist ein Tier, so lang wie ein Wesbom, mit blankem Kopf und feurigem Schwanz. Wenn man ihn nun ziehen sieht und sagt„Süh dor“, so ist er wieder weg. Er bringt manchen Leuten Geld, Korn usw., an- dern nimmt er was weg. Wenn man den Drachen durch den Schornstein in ein Haus hineinfahren sieht und man zieht dann einen„Slarpen“(Pantoffel) an den verkehrten Fuß oder steckt ein Rad verkehrt an den Wagen, so kann der Drache nicht wieder heraus und verbrennt das Haus. Wenn er sich dann heraus- gebrannt hat, setzt er sich auf den Zaun und lacht sich was.“*) Hier ist der herabfallende Stern bereits zum völlig selbständigen dämonischen Tier aufgestiegen, das bestimmten Menschen seine Gunst erweist und auf besondere Gebräuche hin seinen dämo- nischen Einfluß verliert. Damit sind wir aber in ein Gebiet be- reits übergetreten, das mit religiösen und andrerseits wieder ganz plumpem Aberglauben überwuchert ist; wir wollen dessen Be- trachtung aber in das zweite Kapitel zurückstellen, wo die Deu- tung der Sterne als abgefallene Dämonen und Engel eine nähere Darlegung erhalten wird. Hier genügt es uns, aus den angeführ- ten Stellen zu betonen, daß auch noch in unserer Zeit der Glaube an vogelartige, allerdings ganz phantastisch weiter ausstaffierte, Sternwesen lebendig ist. Außer den Sternschnuppen haben be- sonders die Kometen die volkstümliche Ausgestaltung in der- selben Richtung erhalten. Wie die Sternschnuppe, so schießt, in allerdings noch viel auffallenderem Maße, dieser Stern am Himmel einher und muß im Vergleich zu den anderen Stern- vögeln, die er gewaltig an Größe und Glanz übertrifft, auch die Gestalt eines Tiergespenstes wachrufen, das in seiner fürchter- lichen Form alle anderen Himmelskörper übertrifft. So gilt er im Volksglauben Deutschlands und der Schweiz seit alters als Drache.s) Wie gerade dieser Stern die Volksphantasie beschäf- tigt und zu neueren Ausgestaltungen angeregt hat, habe ich an anderer Stelle bereits dargetan,si) ich will mich darum hier mit der einfachen Konstatierung der Drachenauffassung begnügen. In der letzten Phase der Drachenentwicklung kommt, ebenso wie die Sterne überhaupt, auch der Komet als Drache plötzlich
²*) Sagen, Märchen und Gebräuche aus Mecklenburg, Wien 1880 II S. 201 Nr. 971 f.— ib. Wien 1879 1 S. 257.— Der Glaube spielte auch in Hexen- prozesse hinein, siehe den Bericht aus dem Jahre 1593 ib. 253, 3.
8) H. E. Meyer, German. Mythologie S. 95.
81) Naive Ansichten über Wesen, Herkunft und Wirkung der Kometen: Hess. Blätter für Volkskunde VII 2 S. 81 ff.


