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ausgebreitet ist. Wir haben einen Anklang an diese Auffassung in unserem deutschen„Himmelszelt“ und in dem„Himmel“, unter dem bei Prozessionen der Priester mit der Monstranz ein- herschreitet. In das Volk ist aber das Himmelszelt mit der konse- quent damit verbundenen Deutung der Sterne als eingewebte oder aufgenähte(aufgestickte) Figuren nicht weiter eingedrungen, wohl haben dieselbe Dichter, wie z. B. Euripides im Zelt des Jon, und Gründer von Religionsgemeinschaften nach orientalischem Muster verwertet, aber im allgemeinen haben sie auf naive Volks- anschauung keinen besonderen Einfluß gehabt; auch in Natur- mythen sind kaum Parallelen dafür aufzuweisen.:“)
Wir schließen den ersten Paragraphen, indem wir als Haupt- faktoren der ersten und einfachsten Gestirnerklärung festen Him- mel, festes Material oder feurigen Bestand der am Gewölbe be- festigten Körper besonders betonen mußten, mit einem kurzen Ueberblick auf die Vorstellung, die man mit einem herabgefallenen Stern, seinem Aeußern und seiner natürlichen Beschaffenheit ver- knüpft hat. Wir haben bereits oben darauf hingewiesen, daß eine Sternschnuppe lauteres Gold ist und dem glücklichen Finder Reichtum verleiht. Die Benennung von Blumen mit den üblichen volkstümlichen Sternnamen weist uns auf die Gleichstellung der Sterne mit irdischen Blumen und auf die Verwandlung der herab- fallenden Sterne in Blumen selbst. Auf eine andere Ansicht von Sternennatur leitet uns folgender Ausspruch des Paracelsuses) über das„Sterngeschoß“:„Ist ein Fewriner stern/ der sich lang außzeucht/ kompt von oben herab auff die undern Himmel im Lufft/ da wird es sichtbar und fallt gen Bodem/ da ligt es/ und ist gleich wie ein Sultz.“ Andere dagegen gehen als Hagel oder im Regen nieder. Was uns hier in breiter, schwüler Geſehrsamkeit dargelegt wird, ist aber eine ganz verbreitete Auf- fassung, die wir in England, Frankreich und Deutschland mit volkstümlicher Geltung vorfinden;*⁴) gemeint ist damit die phos- phoreszierende Erdgallerte, die sich besonders nach Gewitter- regen in steinigen Gegenden findet. Von festem Material, aber von punktartiger Größe sind sie im Glauben der Suahili, sie tragen den aufgefundenen Stern als besonderes Amulett.0) Die
67) Näheres ausführlich derFele t bei Eisler a. O. I 87, II 600 n. ö.
6s) Dess Buchs Meteor. Zeh. Sap. ed 1603 oper. II S. 95. Aehnlich sagt ein Theophilus Antiscepticus(Verwerffung des Cometen- Gespötts 1681 S. 18):„Robertus de Fluctibus erzehlt, als er einstmals bey klarer Nacht über Feld gangen, sey ein Stern bey ihm niedergefallen, dessen Substanz er gefunden, Penter, zu sich genommen und aufgehebt bis auff den Morgen; da er gesehen, daß es aus einer glat-klebrigen festen Materie bestanden und wie Froschleich anzusehen gewest.
66) Bechstein a. O. S. 88. Revue des trad. popul. 16 S. 468,
70) Velten, Sitten und Gebräuche der Suahili, Gottingen 1903, 333 ft.


